Konschthal Esch
Von Hitlers Betonschiff über Lee Miller bis zu Geisterdörfern: Diese Ruinen zeigt „Ruin Echoes“
In „Ruin Echos“ stellt der Kurator und Leiter der Konschthal Esch, Christian Mosar, in den Mittelpunkt, was nach dem Zusammenbruch bleibt: Ruinen. Der Zweite Weltkrieg zieht sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung. Einer der Höhepunkte sind die Arbeiten der Kriegsfotografin Lee Miller.
Ein Betonschiff aus dem Zweiten Weltkrieg: Carsten Nicolai befasst sich in „Betonschiff ohne Namen“ mit einem Transportschiff aus der NS-Zeit Copyright: Carsten Nicolai
Im Halbdunkeln ruht Hitlers Betonschiff. Der Künstler und Musiker Carsten Nicolai widmet dem 300 Tonnen schweren Koloss aus dem Jahr 1944 den Kurzfilm „Betonschiff ohne Namen“ (2023). Das Schiff war Teil der „Transportflotte Speer“ und sollte Granit befördern. Es wurde jedoch nie fertiggestellt. In der DDR diente es als Wellenbrecher. 1972 riss ein Sturm das Schiff aus seiner Verankerung. Seitdem liegt es gestrandet auf der Sandbank in der Rendentiner Bucht. Gezeichnet von der Witterung, Graffiti und Vogelkot.
Dem gegenüber steht die Privatvilla des nationalsozialistischen Reichspropagandaleiters Joseph Goebbels in Fragmenten. Ben Greber zeigt in „Umspannwerk (Bogensee)“ (2025) den Landsitz von Goebbels am Bogensee, der heute leer steht und zerfällt. Im Begleitheft ist zu lesen, Greber untersuche „das Gebäude als materielle Spur der gestürzten Macht“. Ein Motiv, das sich im oberen Stockwerk der Konschthal fortsetzt.