Buchsbaumzünsler

Wie man gegen die Raupenplage vorgeht

Er kommt meist unbemerkt und hinterlässt kahle Sträucher: der Buchsbaumzünsler. Wie die Gemeinde Esch dagegen vorgeht und was man selbst tun kann, erzählt der Leiter des Escher „Service espace vert“.

Buchsbaumzünsler auf Buchsbaumblatt – Schädling verursacht Schäden in Garten und bei Pällem

Der Schrecken von „Pällem“ und Gärtner: der Buchsbaumzünsler Foto: Editpress/Georges Sold

Wenn der geliebte, immergrüne Buxus plötzlich kahl ist, dann steckt in der Regel nur einer dahinter: der Buchsbaumzünsler. Die gelbgrün gestreifte Raupe mit schwarzen Punkten und Borsten frisst sich regelrecht durch die Zierpflanze und hinterlässt dabei ein klebriges Gespinst – zum Ärger aller Hobbygärtner. Auch Gemeinden haben ab dem Frühling mit den gefräßigen Raupen zu kämpfen. Vor zwei Jahren berichtete das Tageblatt über eine regelrechte Raupenplage in Esch, die eine Spur abgestorbener Buchsbäume nach sich zog.

Derzeit scheint die Situation noch unter Kontrolle zu sein. Das sagt zumindest der Leiter des Escher „Service espace vert“, Chris Fandel, am Freitag im Telefongespräch mit dem Tageblatt: „Nach aktuellem Stand haben wir noch nichts gesehen.“ Das könnte daran liegen, dass die Nächte momentan noch relativ kalt seien, vermutet Fandel. „Und sie benötigen eine gewisse Temperatur, damit sie sich entfalten können.“ Grundsätzlich könne man jedoch weder einen positiven, noch einen negativen Trend beobachten.

Auf die Frage, ob nur der Buchsbaum (Luxemburgisch: „Pällem“) gefährdet sei, erklärt Fandel: „In ganz wenigen Fällen in Europa ist bekannt, dass die Raupe andere Pflanzen befällt, allerdings nur, wenn sie keinen Buxus findet.“ Um den Buchsbaum stehe es allgemeinhin schlecht, erzählt Fandel: „Abgesehen vom Zünsler gibt es auch noch einen Pilz, der die Pflanze befällt.“ Zudem hätten die Trockenperioden der vergangenen Jahre dem Buxus zugesetzt. Der „Service espace vert“ habe deswegen aufgehört, abgestorbene Sträucher durch neue Buchsbäume zu ersetzen. Und dennoch: „Was den Buxus so toll macht, ist, dass man spektakuläre Formen daraus machen kann“, sagt Fandel. Daher setze die Gemeinde auf andere Formgehölze.

Endgegner: Asiatische Hornisse

Im Kampf gegen den Zünsler habe der „Service espace vert“ in den vergangenen Jahren viel auf biologische Spritzmittel zurückgegriffen. Derzeit werde diskutiert, ob man an dieser Praxis festhalte. Denn: Auch wenn die Pflanzen erstmal überlebten, würden sie in den Folgejahren trotzdem absterben, sagt Fandel. Ohnehin sollte man möglichst auf Spritzmittel verzichten. Was man selbst tun kann, um gegen die Raupen vorzugehen? Wichtig sei es, auf biologische Mittel zurückzugreifen und auf die Dosierung aufzupassen, rät Fandel. Schließlich sind die Substanzen für Mensch und Umwelt schädlich. „Wer spritzen möchte, sollte sich in einem Fachmarkt professionelle Hilfe besorgen.“

Beim Buchsbaumzünsler handelt es sich um eine invasive Art aus Ostasien. Fandel geht davon aus, dass durch den Klimawandel auch in Zukunft weitere Arten sich in Luxemburg ausbreiten werden. Eine davon breitet sich bereits jetzt aus – die asiatische Hornisse. Das Gute daran: Sie ist ein natürlicher Feind des Buchsbaumzünslers. Das Problem ist allerdings, dass die asiatische Hornisse sich auch von Bestäuberinsekten, z.B. Bienen, ernährt. Fandel rät daher, einheimische Vögel zu unterstützen, die ebenfalls Raupen auf dem Speiseteller haben. Übrigens: Nachdem sich der Zünsler am Buxus sattgefressen hat, beginnt er mit der Metamorphose und schlüpft Wochen später als weißer Falter.

Buchsbaumzünsler frisst klebrige Fäden und angefressene Blätter am Buchsbaumzweig

Klebrige Fäden, angebissene Blätter: Der Buchsbaumzünsler frisst sich durch den Buxus Foto: Editpress/Georges Sold

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