Luxemburg
Wie Notfallboxen für zu Hause Leben retten können
Im Ernstfall zählt jede Minute: Mit Notfalldosen, die derzeit in der Hauptstadt verteilt werden, soll wertvolle Zeit gewonnen werden. Am Mittwoch stellten die Verantwortlichen ihr Pilotprojekt im Rathaus in Luxemburg-Stadt vor.
Sie ist gelb und blau und kann zur lebenswichtigen Hilfe werden: die sogenannte „Lions Emergency Box“ Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
„Wo bewahren Sie Ihre Medikamente auf?“, „Welche Arzneimittel nehmen Sie ein?“ oder auch „Haben Sie ein Implantat?“ – das sind nur einige der zahlreichen Angaben, nach denen ein Flyer in der „Lions Emergency Box“ fragt. Dabei handelt es sich um eine gelbe Dose mit blauem Aufdruck, die in kritischen Situationen Leben retten kann. Denn: In der Box befindet sich ein Formular, auf dem wichtige medizinische Informationen vermerkt werden. Dieses soll gut leserlich ausgefüllt und anschließend in der Dose aufbewahrt werden.
Das gelbe Gefäß wird dann in die Kühlschranktür gestellt. „Jeder hat zu Hause einen Kühlschrank. Wenn das CGDIS im Notfall zu jemanden nach Hause kommt, wissen die Einsatzkräfte sofort, wo sie nachsehen müssen“, erklärte Corinne Cahen (DP) am Mittwoch nach einer Pressekonferenz zur Vorstellung der neuen Notfallbox in Luxemburg-Stadt. Die für den Bereich „ältere Menschen“ zuständige Schöffin betonte zugleich, dass die Dose nichts enthält, was gekühlt werden muss. Das Projekt richte sich vor allem an ältere und besonders gefährdete Personen.
Sticker als Hinweis
Und, wie es auf dem Erklärflyer heißt: „Die Lions-Notfallbox ist vor allem ein Angebot für Leute, die allein leben. Da es nicht immer möglich ist, im Notfall sofort alle Fragen der Rettungsdienste zu beantworten, enthält die Dose ein Formular mit allen wichtigen persönlichen Informationen für die Situation.“ Entsprechende Aufkleber auf der Kühlschranktür und an der Innenseite der Eingangstür weisen darauf hin, dass sich das gelbe Gefäß im Kühlschrank befindet.

Der Präsident vom „Lions Club Erasmus“, Dr. Arkadiusz Hojny, und die hauptstädtische Schöffin Corinne Cahen präsentierten am Mittwoch auch Sticker für die Eingangstür und den Kühlschrank Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Insgesamt 5.000 Notfallboxen werden laut der Stadt Luxemburg ab sofort als Pilotprojekt im „Bierger Center“ an die Bevölkerung verteilt. Jede Box enthält ein mehrsprachiges medizinisches Merkblatt, einen Nutzungshinweis sowie Aufkleber für die Eingangstür und den Kühlschrank. Das Projekt des „Lions Club Erasmus“ und der Stadt Luxemburg wird vom Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit gefördert und von zahlreichen öffentlichen Akteuren sowie Vereinen aus dem Bereich der Gesundheitsvorsorge und öffentlichen Sicherheit unterstützt. Weitere Informationen sind auf vdl.lu und lionscluberasmus.lu abrufbar.