Mini-Beben in Mersch
Warum in Luxemburg fast täglich die Erde wackelt
Am Mittwochnachmittag wurde in Mersch ein Mini-Beben der Magnitude 2 gemessen. Ein Experte erklärt, warum wohl eine Sprengung im Steinbruch Brouch der Auslöser war und wie sich das Signal von echten Naturkatastrophen unterscheidet.
Fast täglich messbar: Das ECGS registriert regelmäßig seismische Signale in Luxemburg – das Mini-Beben in Mersch hatte eine Magnitude von 2,0 Symbolfoto: Oliver Berg/dpa
Die wenigsten werden es wahrgenommen haben: Im Raum Mersch hat der Boden am Mittwochnachmittag (minimal) gebebt. Doch ein richtiges tektonisches Beben war wohl nicht die Ursache, wie Adrien Oth vom „European Center for Geodynamics and Seismology“ (ECGS) auf Nachfrage des Tageblatt mitteilt. Der Ursprung war mit „ganz großer Wahrscheinlichkeit“ eine Sprengung in dem Steinbruch Brouch. Solche Signale aus Luxemburg und dem Grenzgebiet registriere das ECGS fast jeden Tag.
Daran erkennen Experten Erdbeben
Die Sprengung löste ein Beben der Magnitude 2 aus, das – wenn überhaupt – nur sehr lokal und oberflächlich wahrgenommen werden kann. Natürliche Erdbeben dieser Magnitude seien hingegen an der Oberfläche nicht spürbar. Experten können den Ursprung von Beben anhand diverser Faktoren erkennen: der Lokalisierung, dem Zeitpunkt, der Tiefe und der Form des gemessenen Signals.
Eine Erhöhung der Magnitude um eine Stufe entspricht etwa dem Faktor 32 bei der freigesetzten seismischen Energie. Demnach setzte das jüngste Beben der Magnitude 7,8 auf den Philippinen rund 501 Millionen Mal so viel Energie frei wie das Beben der Magnitude 2,0 durch die mutmaßliche Sprengung bei Mersch. (WiR)
Gut zu wissen
- Echte, tektonische Erdbeben sind in Luxemburg selten, da das Land innerhalb der Eurasischen Platte liegt.
- Laut dem WorldRiskIndex-Bericht 2025 ist Luxemburg das Land mit dem 190. höchsten Risiko für Naturkatastrophen – von insgesamt 193 Ländern.
- 1992 erschütterte ein Beben der Magnitude 5,8 in Roermond (Belgien) die Region. Die Ausläufer waren damals auch in Luxemburg deutlich zu spüren.
- Das schwerste belegte Beben in der Region ereignete sich 1692 in der Nähe von Verviers in den belgischen Ardennen. Experten schätzten die Stärke des Erdbebens auf 6,2.