Domaine Tageblatt
Warum 2026 für den Luxemburger Wein mehr als ein Jubiläumsjahr ist
Neue Gesetze, Reformen und ein Jubiläum prägen den Ausblick auf 2026. Beim Neujahrsempfang des IVV wurde deutlich, vor welchen Herausforderungen und Chancen der Luxemburger Weinbau steht. Das ist auch für uns relevant, denn der Domaine-Tageblatt-Wein wird in diesem Jahr fertig.
Der Tageblatt-Wein wird 2026 – nach der Lese vergangenes Jahr – in die Flasche gefüllt Foto: Editpress/Alain Rischard
Dieses Jahr wird wichtig für uns: Unser Wein wird nach anderthalb Jahren gegen Ostern endlich fertig. Bis dahin müssen wir uns unter anderem noch um das Etikett und unsere Vermarktung kümmern. Heißt: Wir werden auf den etlichen Weinveranstaltungen präsent sein und versuchen, die Kundschaft davon zu überzeugen, dass wir die Domaine-Tageblatt-Serie nicht nur gestartet haben, um über Wein zu schreiben, sondern auch, um ein richtig gutes Produkt herzustellen.
Eine Veranstaltung haben wir schon hinter uns. Am Montag lud das Weinbauinstitut IVV zum Neujahrsempfang ein. Die Redner ließen am Anfang des Abends nicht nur das vergangene Jahr Revue passieren, sondern erklärten auch, was 2026 auf die Winzer zukommt.
„Quereinsteiger haben es aktuell schwer, als aktive Landwirte eingestuft zu werden, wenn sie nicht die nötige Ausbildung haben“, sagte Weinbauministerin Martine Hansen (CSV). Ab dem Schuljahr 2026/2027 soll sich das ändern: Über die „validation des acquis de l’expérience“ sollen Personen mit Berufserfahrung ein anerkanntes Zertifikat nachholen können. „Dadurch haben Quereinsteiger die Möglichkeit, Beihilfen zu bekommen – vielleicht bekommen wir so mehr Menschen in die Produktion, damit unsere Flächen weiterhin benutzt werden.“
Auch der „Fonds de solidarité viticole“ müsse reformiert werden, „um einen klareren Rahmen zu schaffen“. Die Winzerorganisationen würden deshalb an einer Lösung arbeiten. Hansen erwähnte ebenfalls, dass Tourismusminister Lex Delles (DP) Ende Januar einen Aktionsplan zur Förderung des Önotourismus vorstellen werde. Ein weiteres Highlight sei für Hansen der Crémant-Concours: „Wir freuen uns alle, dass er dieses Jahr in Luxemburg stattfindet.“
Bei der IVV-Veranstaltung waren etliche Politiker und andere Vertreter anwesend Foto: Editpress/Julien Garroy
Der Crémant feiert Geburtstag
IVV-Direktor Serge Fischer eröffnete den Neujahrsempfang Foto: Editpress/Julien Garroy
IVV-Direktor Serge Fischer betont im Gespräch mit dem Tageblatt ebenfalls die Bedeutung des Wettbewerbs. „Luxemburg nimmt zusammen mit den französischen Regionen teil, die Crémant produzieren. Der Veranstalter wechselt jedes Jahr“, erklärte Fischer. Die Weine würden blind verkostet, „und die besten bekommen dann eine Medaille“. Mindestens genauso wichtig sei aber der Austausch mit den anderen Produzenten. „Die anderen Regionen haben zum Teil dieselben Probleme wie wir.“ Dass der Wettbewerb in diesem Jahr in Luxemburg stattfindet, passe gut ins Bild, da gleichzeitig das 35-jährige Bestehen des Luxemburger Crémants gefeiert wird.
Daneben setze das IVV weiter auf Weiterbildung. „Wir haben dieses Jahr mehrere Weiterbildungen geplant, unter anderem im Export.“ Dabei gehe es auch um konkrete Hilfestellungen. „Es gibt verschiedene Instrumente vom Außenministerium und digitale Angebote des House of Entrepreneurship, um die Betriebe zu unterstützen.“
Weniger erfreulich sei die Situation des IVV-Gebäudes. „Wir brauchen ein neues Gebäude“, sagt Fischer. „Wir können keine Isolation anbringen, dafür ist das Gebäude nicht stabil genug.“ Der Standort soll bleiben. Das Haus stamme aus den 1950er-Jahren ... „und es wurde damals beim Bau gespart“.
Was neue Trends betrifft, zeigt sich Fischer zurückhaltend: „Natürlich experimentiert der eine oder andere Betrieb mit Produkten wie Orange Wine, aber wir sind keine Autohersteller – wir präsentieren nicht jedes Jahr ein neues Modell.“
Die letzten Schritte
Für das Tageblatt wird das Jahr 2026 jedoch nicht ohne Neuheit bleiben. Mit einem eigenen Rivaner bringt die Redaktion erstmals selbst einen Wein auf den Markt. Bis unsere Leser ihn das erste Mal probieren können, dauert es allerdings noch ein paar Monate. „Wir füllen unseren Wein normalerweise etwas später ein als die anderen, weil er dann stabiler ist – so April, Mai“, sagt Winzerin Corinne Kox am Dienstag in einem Telefongespräch. Unsere Flaschen werden allerdings bei der ersten Füllung mit dabei sein.
Bis dahin müssen wir allerdings noch unter anderem die Etiketten designen – und den Wein noch einmal abschmecken. Nach dem Anbringen der Etiketten geht es dann um die Vermarktung. Verkosten kann man unseren Rivaner dann hoffentlich auf Veranstaltungen wie dem „Maacher Wäimaart“ am 10. April und dem „Wine Taste Enjoy“ Ende Mai.