Stadtgeschichte
Vor 40 Jahren starb der Architekt und Urbanist Paul Retter
Nur selten blieb der Name eines Architekten so lange in Erinnerung, nur selten war die einheimische Architekturszene so gespalten. Die Rede geht von Paul Retter. 40 Jahre sind es am 17. Mai her, dass uns der Planer von 73 Bauprojekten in der Hauptstadt verlassen hat. Heute zeugen „Forum Royal“, „Centre Bourse“ oder „Puits Rouge“, Nr. 49 am Boulevard Royal oder das „Euroffice“ und „Centre Hermes“ am Bahnhof von seiner regen Tätigkeit.
Die Kreuzung Boulevard Royal und Avenue de la Porte-Neuve in den siebziger Jahren © Photohèque de la ville de Luxembourg, Cliché Ed Kutter
In der Oberstadt hat Paul Retter 31 Bauprojekte durchgeführt, im Bahnhofsviertel zehn, in Belair 16 und in Hollerich zehn. Dabei ging sehr viel historisches Bauerbe der Hauptstadt verloren. Adelshäuser in der Innenstadt, das Mariendenkmal am Neutor und besonders Bauzeugen des 19. Jahrhunderts fielen der Spitzhacke zum Opfer. Doch es war erst der Anfang einer ganzen Abbruchserie, die nach seinem Tode regelrecht ausgebrochen war.