Flashback
„Les Enfants du paradis“ – zwischen Poetischem Realismus und Nachkriegskino
Das Tageblatt präsentiert in loser Serie Meisterwerke der Filmgeschichte, die 2026 ein Jubiläum haben – dieses Mal den während der deutschen Besatzung in Frankreich entstandenen Film „Les Enfants du paradis“ (Kinder des Olymp) von Marcel Carné, eines der größten Werke des französischen Kinos.
Die Welt ist eine Bühne: Schauspielerin Garance, dargestellt von Arletty, in der Menge Foto: IMDb
Paris in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Die Theater buhlen um die Gunst der Zuschauer. Im Mittelpunkt dieses Jahrmarkts der Eitelkeiten stehen die schöne Schauspielerin Garance, gespielt von Arletty, und ihre Verehrer, der Pantomime Baptiste Deburau (Jean-Louis Barrault), der Schauspieler Frédérick Lemaître (Pierre Brasseur) sowie Pierre-François Lacenaire (Marcel Herrand), ein Gauner und Philosoph des Verbrechens, der sie durch seine Intelligenz beeindruckt. Für alle drei verkörpert Garance die große Liebe, nach der sich alle sehnen. Doch sie verlässt die Stadt mit dem Grafen Édouard de Monteray, ihrem Beschützer.
Nach einigen Jahren kehrt Garance zurück. Wieder dreht sich das Liebeskarussell. Lemaître will ein Duell mit Monteray, doch Lacenaire tötet den adligen Lebemann. Auch in dem mittlerweile mit der Schauspielerin Nathalie (Maria Casarès) verheirateten Deburau flammt die Liebe zu Garance wieder auf. Er verlässt Frau und Kind. Als Nathalie ihn mit Garance entdeckt und ihn zur Rede stellt, flüchtet Letztere. Sie entschwindet in einer Kutsche im Trubel des Straßenkarnevals. Die Liebe zu ihr scheint nichts als eine Illusion zu sein. Und Garance nichts als eine lebende Statue.