Wetterkolumne
Turbulenter Freitag: Tief bringt Dauerregen, Sturm und Schnee
Über dem Atlantik bildet sich derzeit ein Sturmtief, das uns bereits ab heute Abend mit den ersten Regenfällen beeinflussen wird. Ab der Nacht wird der Wind relevant, am morgigen Freitag gesellt sich besonders im Norden und Nordwesten Schnee hinzu. In Kombination mit Sturmböen steht also ein sehr ungemütlicher Tag an.
Zunächst ist Tauwetter mit Sturm und Regen angesagt – bevor neuer Schnee kommt Foto: Editpress/ Guido Romaschewsky
Das betreffende Tief bildet sich am Rand eines größeren Tiefdruckkomplexes, der sich über dem Nordatlantik befindet. Daher kann man es auch als „Randtief“ bezeichnen, das sich in den kommenden Stunden zu einem Sturmtief verstärkt. Der exakte Laufweg des Tiefs ist noch nicht geklärt, doch die Meinungen der Modelle gehen nicht mehr besonders weit auseinander. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Vorhersage nicht doch mit Unsicherheiten behaftet ist: Schon allein minimale Differenzen im Detail können besonders in einem Land wie Luxemburg für kurzfristige Veränderungen sorgen.
Der Wind spielt die Hauptrolle
Ab der späten zweiten Hälfte der Nacht zum Freitag wird der Wind spürbar auffrischen. Zunächst sind Windböen bis um 75 km/h zu erwarten, bevor uns ab dem frühen Vormittag die stärksten Geschwindigkeiten anstehen. Zwischen ungefähr 7 und 14 Uhr können Sturmböen bis hin zu schweren Sturmböen von 75 bis 90 km/h auftreten, einzelne Modelle wollen auch lokal 95 km/h nicht ausschließen. Im Verlauf des Nachmittags, gegen 15 Uhr, wird der Wind immer noch sehr aktiv sein, jedoch entfernen wir uns langsam von der Sturmstärke.
Viel Regen, besonders im Westen teils Überschwemmungen möglich
Ab heute, Donnerstagabend, ist mit Ankunft der Warmfront des Tiefs nicht nur mit einem sehr markanten Anstieg unserer Temperaturen zu rechnen, sondern es kommt ebenfalls zu starkem Regen. Tendenziell im Westen des Landes wird dieser voraussichtlich in Form von Dauerregen herunterkommen, bis zum Samstagabend können sich dort Summen von zwischen 30 und 50 l/m² ansammeln. Es wäre also nicht verwunderlich, wenn es örtlich zu leichten Überschwemmungen käme. Die Flusspegel steigen dadurch wohl auch etwas an, doch Stand jetzt ist mit keinen relevanten Auswirkungen zu rechnen.
Schnee konzentriert sich auf den Nordwesten
Das Tief der nächsten Stunden ist vielseitig: Einerseits erleben wir nach tagelangem Dauerfrost eine sehr milde Nacht, andererseits kehren die polaren Luftmassen bereits frühestens am Freitagvormittag zurück. Beginnend in Belgien, zieht sich der Bereich, in dem der Regen wieder in Schneeregen und Schnee übergeht, in Richtung Mittag und Nachmittag immer weiter in den äußeren Norden und Nordwesten Luxemburgs. Zu Beginn kann es länger dauern, bis auch etwas davon am Boden liegen bleibt. Ab dem späteren Verlauf des Nachmittags, gegen 15/16 Uhr, limitiert sich der Schnee nicht nur auf die belgisch-luxemburgischen Grenzgebiete, sondern auch auf andere Anhöhen über 400 bis 450 Metern.
Im Süden wird es generell schwieriger in Sachen Schnee. Ab dem Abend kann es gebietsweise losgehen, doch eine relevante Schneedecke ist eher nicht dabei. Im Norden ist ab 400 Metern mit einer Schneedecke von um 5 Zentimetern zu rechnen, in direkter Nähe zur belgischen Grenze sind 10 bis 15 Zentimeter nicht unmöglich. Aufgrund der Sturmböen besteht das Risiko von starken Schneeverwehungen und umgestürzten Bäumen, es ist Vorsicht geboten!