„Traumnovelle“ am TNL
Trugbilder der Wollust
Gelungener Auftakt: Frank Hoffmanns Inszenierung von Schnitzlers „Traumnovelle“ im TNL (ver-)lockt das Publikum mit traumhaften Bildern einer einstürzenden Welt.
Verkörpern die Figuren aus Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“: (v.l.n.r.) Christian Clauß, Nora Koenig, Christiani Wetter und Luc Feit Foto: Bohumil Kostohryz
Der Sohn eines jüdischen Mediziners und Universitätsprofessors, Arthur Schnitzler, hatte keinen leichten Stand. Den ungeliebten Beruf schmiss er hin, um sich ganz dem Schreiben von Theaterstücken zu widmen. Mit skeptischer Ironie und Genauigkeit zeichnete er in seinem Werk die bürgerliche Wiener Gesellschaft der Jahrhundertwende in all ihren Facetten. „Ich schreibe keine Stücke, ich schreibe Diagnosen“, so das Credo des Zeitgenossen von Freud, dessen Psychoanalyse entscheidend in Schnitzlers Werke einfloss, vor allem in seine „Traumnovelle“, in der sich das Lebensgefühl der Wiener Moderne und die Endzeitstimmung des Fin de Siècle widerspiegelt.