Braune Blätter im Sommer
Trockenheit und Hitze setzen Bäumen in Esch zu – Stadt legt Baumkataster an
Braune Blätter und kahle Kronen zeigen, wie Hitze und anhaltende Trockenheit den Bäumen in Esch zusetzen. Die Stadt reagiert mit verstärkter Pflege und baut derzeit ein Baumkataster auf.
Die anhaltende Trockenheit setzt vielen Stadtbäumen sichtbar zu Foto: Editpress-Archiv/Julien Garroy
Auf den ersten Blick könnte man meinen, der Herbst sei bereits in Esch angekommen. Unter manchen Bäumen liegen braune Blätter, andere tragen nur noch spärliches Laub oder sind bereits völlig kahl. Beim genaueren Hinsehen wird allerdings klar: Es handelt sich nicht um gewöhnliches Herbstlaub. Viele der Blätter sind vertrocknet. Das bedeutet jedoch nicht, dass die betroffenen Bäume zwingend absterben. Ein vorzeitiger Blattverlust kann auch eine Reaktion auf Trockenheit und andere Stressfaktoren sein.
Baumkataster soll Überblick schaffen
Wie viele Bäume in Esch bereits abgestorben sind und wie viele sich in einem kritischen Zustand befinden, kann die Stadt derzeit noch nicht konkret beziffern. Eine Übersicht fehlt bislang. Das soll sich mit der Einführung einer Baumdatenbank ändern. „Wir erstellen ein Baumkataster, das uns ermöglichen wird, den Zustand der Bäume künftig systematischer zu überwachen und die Pflege entsprechend anzupassen“, teilt der Pressesprecher dem Tageblatt mit. In der Datenbank sollen sämtliche städtischen Bäume zusammen mit ihrem Standort und aktuellem Zustand einzeln erfasst werden, damit gezielte Hilfsmaßnahmen durchgeführt werden können.
Bäume im Schutzmodus
Die hohen Temperaturen der vergangenen Wochen haben bei Bäumen in ganz Luxemburg deutliche Spuren hinterlassen. „Viele Bäume werfen derzeit aufgrund von Hitzestress ihre Blätter ab“, schreibt die Pressestelle der Stadt Esch auf Tageblatt-Nachfrage. Das bedeute allerdings nicht automatisch, dass diese Bäume abgestorben seien. Vielmehr könnten sie sich in einer Art Schutzmodus befinden. Dabei ziehen Bäume Nährstoffe aus den Blättern zurück in Stamm und Äste und werfen anschließend ihr Laub ab. So reduzieren sie ihren Wasser- und Nährstoffbedarf. Ob ein betroffener Baum die Belastung tatsächlich überstanden hat, zeigt sich deshalb nicht unbedingt sofort. „Wie gut ein Baum diese Phase übersteht, lässt sich erst beurteilen, wenn er wieder austreibt.“
Ein auffälliges Beispiel ist derzeit die Platane, die 2024 von der Lallinger Kirche in den Wobrécken-Park umgepflanzt wurde. Der Baum trägt inzwischen keine Blätter mehr. Schon zum Zeitpunkt der Umpflanzung wurde darauf hingewiesen, dass sich der Erfolg der Aktion erst nach fünf bis sieben Jahren beurteilen lasse.
Stadt setzt auf Bewässerung
Die Wetterbedingungen haben auch die Pflege der städtischen Grünflächen vor besondere Herausforderungen gestellt. Entsprechend wurden die verfügbaren Ressourcen gezielt auf die Bewässerung konzentriert. „Während der extrem trockenen Wochen hat die Abteilung für Grünanlagen mit ihrem Baumpflegeteam fast alle anderen Aufgaben zurückgestellt, um die gesamte verfügbare Ausrüstung für die Bewässerung der Pflanzen und Bäume im Gebiet einzusetzen“, erklärt die Stadt.
Das Wasser stammte aus einer Quelle beim Jeunesse-Sportplatz. Dieses ist nicht trinkbar, aber für die Bewässerung von Grünflächen sowie von Stadtbäumen geeignet. Es wurde also kein kostbares Trinkwasser während der Hitzewelle verwendet.