Schueberfouer
Schwere Zeiten für die Schausteller, aber nur geringfügige Preiserhöhungen erwartet
Ab Freitag buhlen am Glacis wieder Schausteller und Fahrgeschäfte um Kundschaft. Zwei Jahre Pandemie haben den Betroffenen aber schwer zu schaffen gemacht. Jetzt, da die Fouer wieder normal durchstarten kann, stehen die Schausteller vor einer neuen wirtschaftlichen Krise. Das Tageblatt hat sich mit Charel Hary, Vorsitzender der „Fédération nationale des commerçants forains“ über die aktuelle Lage unterhalten.
Zum Auftakt der Fouer am Freitag werden alle Fahrgeschäfte startklar und kundensicher gemacht Foto: Editpress/André Feller
Gleich zu Beginn unseres Gesprächs stellt der langjährige Schausteller die positiven Dinge in den Vordergrund. „Wir sind zufrieden, dass wir wieder eine Schobermesse und andere Kirmesveranstaltungen wie vor der Pandemie haben.“ Die schwere Zeitspanne versuchten einige Schausteller mit dem Aufrichten ihrer Verkaufsstände an isolierten Plätzen oder vor ihrer Haustür zu überbrücken. Dies sei teilweise auch gelungen. „Andere Betreiber überbrückten die Pandemiezeit mit Jobs in einem völlig anderen Bereich“, so Charel Hary.
Die Schausteller versuchen, die gestiegenen Kosten nicht an die Besucher weiterzureichen Foto: Editpress/André Feller
Maxime etwa, Mitinhaber von „A la renommée des gaufres“, absolvierte als Jugendlicher eine Ausbildung im Baugewerbe. Dies kam ihm zugute. Recht schnell fand er einen Job, um die Pandemie und die daraus entstandenen Einkommensverluste zu überbrücken. Doch nun ist auch er wieder zufrieden, in seinem Gewerbe weiterarbeiten zu dürfen.
Aktuell stehen die Schausteller vor neuen Problemen. Allen voran die steigenden Kosten für Lebensmittel, Frittieröl, Kraftstoffe und Strom. Letzteres trifft den Bereich der Kirmes-Gastronomie besonders hart, so Charel Hary. Diese ist der größte Stromabnehmer einer Kirmes. Bei Fahrgeschäften spielt Strom eine untergeordnete Rolle, die Spiele sind relativ sparsam, die Beleuchtungen sind alle mit LED ausgestattet, so der Vorsitzende.
Die diesjährige Ausgabe wartet auch mit neuen Attraktionen auf, wie etwa der größten mobilen Geisterbahn der Welt Foto: Editpress/André Feller
Wenn es zu Preissteigerungen kommt, dann wohl eher in der Gastronomie – in der Höhe von 10 bis 15%. Alle Kosten werden die Geschäftsleute aber nicht auf ihre Kunden abwälzen, so Hary. Die Stadt Luxemburg verzichtet dieses Jahr auf die Standgelder, so der Vorsitzende des Schaustellerverbandes. Das ist ein großes Entgegenkommen und verhilft, die Preise stabil zu halten. In der Welt der Fahrgeschäfte wird sich eine Preissteigerung ebenfalls in Grenzen halten, auch wenn die Transportkosten erheblich gestiegen sind.
Ab Freitag wird der Glacis nicht mehr so menschenleer aussehen. Und das noch bis zum 7. September inklusive. Foto: Editpress/André Feller
Ein weiterer Faktor, der den Schaustellern und ihren Angestellten das Leben erschwert, sind dieses Jahr die extremen Temperaturen. Am Freitagnachmittag glich das Glacis-Feld fast einer verlassenen Baustelle. Bei 33 Grad und einem glühend heißen Boden, hielten sich nur wenige Aufbauarbeiter am Glacis auf. Und jene, die anwesend waren, konnten die schwere und schweißtreibende Arbeit nur sehr langsam verrichten. Das Schleppen von schweren Kisten und Bauelementen, das Zusammenbauen der Fahrgeschäfte und Buden verlangen von den Arbeitern viel Einsatz und Muskelkraft. Auch wenn Kranfahrzeuge diese Arbeit etwas erleichtern, ist und bleibt es eine körperlich sehr schwere Arbeit. Also alles andere als das Schlecken an einer Zuckerwatte. Dennoch herrschte auch unter ihnen die Zufriedenheit darüber, dass wieder eine Schobermesse stattfindet, vor.
Die Kosten für Lebensmittel, Frittieröl, Kraftstoffe und Strom setzen vielen Schaustellern zu Foto: Editpress/André Feller