Ettelbrück
Schulklasse macht Video-Umfrage auf der „Foire agricole“
Am Freitag startete die „Foire agricole“ in Ettelbrück. Eine 5ème der „École Privée Sainte-Anne“ hat dort mit dem Tageblatt Erfahrungen im Videojournalismus gesammelt: Die Schülerinnen befragten Landwirte zu ihren Berufen.
Schülerin Lara interviewt Landwirt Jean-Paul Schott vom Zuchtverband „Lëtzeburger Haflinger“ Foto: Lisa Goedert
Video-Umfragen sind aus den Sozialen Medien nicht mehr wegzudenken. Journalisten sowie Influencer lassen sich dabei filmen, wie sie Passanten mit Fragen konfrontieren. Das veröffentlichte Ergebnis wirkt oft spontan und kurzweilig. Wie viel Arbeit wirklich hinter diesen Videoclips steckt, durfte die 5ème von Deutschlehrerin Anna Stemper auf der Foire agricole selbst ausprobieren.
Fragen vorbereiten, Rollen verteilen
Die Vorbereitungen starteten schon um 8 Uhr im Klassensaal der Ettelbrücker Schule. Gemeinsam mit Tageblatt-Reporterin Lisa Goedert arbeiteten die Schülerinnen vier Fragen aus, die sie den Landwirten auf der Agrarmesse stellen können:
- „Wie beginnt Ihr Tag?“
- „Ist Ihr jetziger Beruf ein wahrgewordener Kindheitstraum?“
- „Welches ist das schlimmste Klischee über Landwirtschaft?“
- „Was war Ihre schlechteste Erfahrung mit einem Kunden?“

Die Schulklasse von Deutschlehrerin Anna Stemper mit Tageblatt-Reporterin Lisa Goedert Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Detaillierte Erklärungen zu der richtigen Vorgehensweise beim Filmen brauchten die Schülerinnen nicht – alle pflegen selbst Profile auf Instagram oder TikTok und haben dort schon eigene Erfahrungen mit Content-Erstellung gesammelt. Aufgeteilt in vier Gruppen, verteilten sie die Rollen der Reporterinnen, Kamerafrauen und Regisseurinnen.
Interviewpartner suchen und finden
Auf der „Foire agricole“ wartete dann die erste (und größte) Herausforderung: die richtigen Interviewpartner finden. Manche Menschen reagieren abweisend auf Ansprache, andere trauen sich nicht vor die Kamera oder können bzw. wollen schlichtweg nichts zum Thema sagen. Situationen, die auch den Arbeitsalltag von Journalisten prägen.
In dieser Hinsicht bewiesen die Schülerinnen beeindruckende Hartnäckigkeit. Sie fragten sich durch, bis sie geeignete Gesprächspartner gefunden hatten, und drehten mit diesen eigenverantwortlich tolle Videointerviews. Diese schickten sie an das Tageblatt, wo drei fertige „Reels“ daraus geschnitten wurden und über das Wochenende auf den Social-Media-Profilen der Zeitung veröffentlicht werden.
„Es ist wirklich schwer“
Bei ihrer Arbeit als Videoreporterinnen haben sie viele gute, aber auch ein paar weniger schöne Erfahrungen gesammelt. „Es ist wirklich schwer, Interviewpartner zu finden. Wir mussten sehr viele Menschen ansprechen, die meisten waren sehr freundlich. Aber eine Gruppe ist vor uns weggelaufen, als wir mit ihr sprechen wollten“, erzählt Zineb. Herausgestellt habe sich zudem, dass eine der Fragen weniger geeignet war für eine Umfrage unter Landwirten: „Nicht alle konnten etwas zu schlechten Erfahrungen mit Kunden sagen.“

Die Ettelbrücker Schülerinnen Zineb und Safa Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Zinebs Klassenkameradin Safâ freut sich außerdem über die Einblicke, die sie als Schülerreporterin in die Agrarbranche bekommen hat: „Es war schön zu sehen und zu erfahren, wie die Landwirte mit ihren Tieren umgehen. Schade ist aber, wenn jemand dann kein Interview vor der Kamera geben möchte, aber man kann das ja nicht erzwingen.“ Eine sehr professionelle Einstellung!
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[Zwei weitere Videos der Schülerinnen werden an diesem Wochenende veröffentlicht.]