Vergessenes Handwerk
Schöne Lederstücke: Bei Martine Guy aus Herborn ist alles Handarbeit
Wenn Martine Guy (55) über ihre Arbeit spricht, gebraucht sie gerne ein Bild. „Nach dem Sport fühlen sich die meisten Menschen körperlich erschöpft, aber glücklich“, sagt sie. „So geht es mir auch.“ Die Französin ist gelernte Sattlerin und produziert außerdem für den täglichen Bedarf. In ihrer Werkstatt lagern viele Lederstücke in unterschiedlichen Farben und Stärken auf dem Regal. Sie hat ihr Atelier in Herborn.
Die Produkte von Martine Guy in Herborn sind alle innen und außen aus Leder gefertigt. Der Stoff ist meist das Erste, was kaputtgeht. Vom Sattel bis zum Portemonnaie ist alles Handarbeit. Foto: Editpress/Anne Lommel
Mit Stoff wollte Martine Guy nie arbeiten. Er ist ihr zu weich. Sie liebt den Widerstand des Materials, wie es sich anfühlt, wie es sich biegt und die Arbeit damit. Die ist physisch anstrengend. Die Französin aus Albi arbeitet in der Gastronomie, bevor sie als Quereinsteigerin den Beruf des Sattlers erlernt. „Im Service eines Restaurants zu arbeiten, hinterlässt keine Spuren“, sagt sie.