50 Jahre Katastrophe im Pafendall
30. Mai 1976: Die Nacht, in der das „Beim Béinchen“ explodierte
Ortsbesuch: Das „Beim Béinchen“ im Pafendall wirkt wie ein ganz normales Viertel an der Alzette. An einem sonnigen Samstag Mitte Mai sitzen Menschen vor ihren Häusern oder auf einer der Terrassen. Jogger und Radfahrer ziehen durchs Tal. Touristen sind unterwegs zwischen Panoramalift, Funiculaire und den Wegen entlang der Alzette – eingebettet zwischen alter und neuer Oberstadt. Kaum etwas erinnert noch daran, dass hier am Abend des 30. Mai 1976 eine der schlimmsten Katastrophen der Luxemburger Nachkriegszeit geschah. Damals wurden ganze Häuserfronten durch Explosionen zerstört, drei Menschen starben, zahlreiche Bewohner verloren innerhalb weniger Minuten ihr Zuhause. Bis heute, so heißt es, spreche man im Pafendall von der Zeit „virun“ und „no der Explosioun“.
Ein Viertel zwischen Alltag und Erinnerung Montage: Editpress
I) Zwischen Lift und Funiculaire
Unten „beim Béinchen“ klingt Luxemburg-Stadt anders. Uriger. Wer hier im Tal ankommt, landet nicht im glatten Luxemburg der Hochplateaus, sondern in einem Viertel, das sich seine eigene Atmosphäre bewahrt hat.