Modernisierung in Kehlen

SICA eröffnet neues Recycling-Center mit Gratis-Laden und Reparaturwerkstatt

29 Millionen Euro für die Kreislaufwirtschaft: Das SICA hat in Kehlen sein hochmodernes Ressourcen-Center eröffnet.

Die Anlage umfasst unter anderem ein „Recyclage-Buttek“, in dem Bürger gut erhaltene Gegenstände abgeben können

Die Anlage umfasst unter anderem ein „Recyclage-Buttek“, in dem Bürger gut erhaltene Gegenstände abgeben können Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Mit Kehlen, Koerich, Kopstal, Mamer, Steinfort, Bartringen, Garnich und Hobscheid (Simmern) als Mitgliedsgemeinden versorgt das interkommunale Syndikat SICA heute doppelt so viele Menschen, wie das bei der Planung des Recyclinghofs 1994 der Fall war. Im erwähnten Einzugsgebiet leben heute rund 46.000 Menschen und so versteht es sich von selbst, dass sich eine Erweiterung und zugleich Modernisierung der Anlage aufdrängte.

Es war Präsident Luc Feller, der am Donnerstagmorgen die zahlreichen Ehrengäste im neuen Ressourcen-Center des „Syndicat intercommunal pour l’hygiène publique du canton de Capellen“ (SICA) begrüßte, unter ihnen Umweltminister Serge Wilmes, Kehlens Bürgermeister Félix Eischen sowie Bürgermeister und Mitglieder der Schöffen- und Gemeinderäte der acht angeschlossenen Gemeinden.

Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stand die offizielle Eröffnung des neuen Ressourcen-Centers, für dessen Planungen das Architektenbüro Theisen verantwortlich zeichnet. Dies ist die erste Phase eines kompletten Modernisierungsprozesses der Anlage in der Industriezone in Kehlen, die das neue, überaus einladende Hauptgebäude des Ressourcen-Centers mit dem „Recyclage-Buttek“, den Räumlichkeiten für das künftige „Repairatelier“, einem Schulungsraum sowie den neuen Büros für die Verwaltung und das Personal des SICA umfasst.

120

Im vergangenen Jahr besuchten etwa 36.000 Personen den „Recyclage-Buttek“ und rund 120 Tonnen Gegenstände erhielten so ein zweites Leben, statt im Müll zu landen

Mit diesem Projekt, dessen zweite Phase Ende kommenden Jahres fertiggestellt sein soll und mit insgesamt 29 Millionen Euro zu Buche schlägt (der staatliche Zuschuss betrug sieben Millionen Euro, Anm. d. R.), übernehme das SICA, so Luc Feller, einmal mehr eine Vorreiterrolle und passe seine Infrastruktur konsequent an die neuen gesetzlichen Vorgaben der Abfallwirtschaft an. Die zweite Phase beinhaltet eine Konditionierungsfläche, um das Verdichten und Sortieren der gesammelten Materialien vor dem Transport zu optimieren, eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach sowie einen speziellen Anhänger-Parkplatz, um Privatpersonen mit größeren Mengen den Zugang zu erleichtern.

Die Anlage wurde so konzipiert, dass nun eine feinere Trennung der verwertbaren Stoffe möglich ist

Die Anlage wurde so konzipiert, dass nun eine feinere Trennung der verwertbaren Stoffe möglich ist Illustration: Theisen Architectes

Vermeidung und Verwertung

Wie Luc Feller weiter in seiner Ansprache hervorhob, stehen Vermeidung und Verwertung in der neuen Infrastruktur noch vor dem Recycling. Die Anlage wurde so konzipiert, dass nun eine feinere Trennung der verwertbaren Stoffe möglich ist. Feller untermalte diese Aussage mit einem Beispiel: „Im Jahre 1993 zählten wir 6.500 Tonnen Restmüll. Nur sechs Jahre später hatte sich die gesamte Einwohnerzahl der angeschlossenen Gemeinden verdoppelt, das Volumen Restmüll ging jedoch auf 4.000 Tonnen zurück. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: An die Bürger gezielt gerichtete Information puncto Vermeidung und Wiederverwertung, breit aufgestellte Sensibilisierung, Schulungen u.v.m.“ So verfügt die Anlage zum Beispiel über einen eigens eingerichteten Schulungsraum, der Schulklassen zur Verfügung steht, um den jungen Bürgern die Herausforderungen der Abfallwirtschaft und des Recyclings näher zu bringen.

Ein zweites Leben

Erwähnenswert ist zudem der Secondhand-Laden des SICA, auch „Recyclage-Buttek“ genannt. Auf einer Fläche von immerhin 160 Quadratmetern können Bürger gut erhaltene Gegenstände, so etwa Bücher, Geschirr, Spielzeug, Kleider und Elektrogeräte, abgeben, während andere diese kostenlos mitnehmen können. Im vergangenen Jahr besuchten etwa 36.000 Personen den „Recyclage-Buttek“ und rund 120 Tonnen Gegenstände erhielten so ein zweites Leben, statt im Müll zu landen.

In naher Zukunft soll ebenfalls ein permanentes „Repairatelier“ eingerichtet werden, eine Premiere für ein Center dieser Art in Luxemburg. Später sollen dort nicht nur Gegenstände repariert werden, es sollen auch Workshops für Bürger stattfinden, um zu zeigen, wie man Alltagsgegenstände selbst reparieren kann.

Halten wir noch fest, dass das Ressourcen-Center mit seinen 50 Mitarbeitern sechs Tage die Woche geöffnet hat, und zwar montags bis freitags von 8.00 bis 12.00 und von 13.00 bis 18.00 Uhr sowie samstags durchgehend von 8.00 Uhr bis 15.30 Uhr.

Sic’Art Festival

Nach dem großen Erfolg der ersten Ausgabe 2023 und bevor das alte Recycling-Center bis Ende des Jahres abgerissen wird, stellt das SICA seine bisherigen Räumlichkeiten für eine zweite Kunstausstellung unter dem Namen „Sic’Art-Festival“ vom 30. Oktober bis zum 8. November dieses Jahres zur Verfügung.

Künstler aus den acht Mitgliedsgemeinden können sich noch bis zum 30. September unter art@sica.lu oder telefonisch unter der Nummer 30 78 38-1 anmelden.

Wer die neuen Anlagen entdecken möchte, kann dies im Rahmen des „Tages der offenen Tür“ am Sonntag, 20. September, tun.

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