Zuckersteuer auf Softdrinks

Prävention statt Reaktion: Wie Luxemburg chronische Krankheiten vermeiden kann

Viele chronische Krankheiten ließen sich in Luxemburg vermeiden – doch dafür braucht es mehr als individuelle Vorsorge. Die „Patiente Vertriedung Asbl“ fordert wirksame Präventionsmaßnahmen, die besonders Kinder und benachteiligte Gruppen schützen.

Glas mit zuckerhaltigem Getränk und Aufschrift Prävention – gesunde Trinkgewohnheiten vermeiden Zuckerzusatz

Prävention beginnt bei zuckerhaltigen Getränken Foto: Monika Skolimowska/dpa

Die „Patiente Vertriedung Asbl“ begrüßt den Bericht „Gesond Gesellschaft duerch Präventioun“ des „Observatoire national de santé“. Er zeigt, dass sich die meisten chronischen Krankheiten in Luxemburg vermeiden lassen – wenn Politik und Gesellschaft wirksame, wissenschaftlich belegte Präventionsmaßnahmen umsetzen. Das teilte die Organisation am Donnerstag mit.

Der Bericht betont, dass zentrale Risikofaktoren wie Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel keine bloßen individuellen Entscheidungen sind. Soziale, wirtschaftliche und gesetzliche Rahmenbedingungen prägen das Verhalten maßgeblich. Besonders betroffen sind Kinder und Menschen aus benachteiligten Lebensverhältnissen.

Die „Patiente Vertriedung“ erinnert an ihre Forderung aus dem Jahr 2024 nach einer Zuckersteuer auf Softdrinks und verweist auf das Beispiel Großbritannien. Dort zeigt die bereits eingeführte Zuckersteuer, dass gezielte Regulierung den Zuckerkonsum senken, Hersteller zu neuen Rezepturen anregen und Kinder aus benachteiligten Familien besser schützen kann, schreibt die Organisation.

Britisches Vorbild: Weniger Zucker, gesündere Kinder

Studien aus Großbritannien zeigen, dass die Einführung der „Soft Drinks Industry Levy“ bereits innerhalb eines Jahres den wöchentlichen Zuckerkonsum in Haushalten um rund 30 Gramm senkte. Besonders zehn- bis elfjährige Mädchen und Mädchen aus sozial schwächeren Gegenden profitierten von der Maßnahme: Das Risiko für Fettleibigkeit sank um acht Prozent, und mehr als ein Viertel der Zahnextraktionen bei Kleinkindern konnten verhindert werden.

Zudem erinnert die „Patiente Vertriedung“ daran, dass sie schon 2024 auf die Dringlichkeit politischer Maßnahmen hingewiesen hat – vor allem auf die Einführung einer Zuckersteuer auf Softdrinks. Sie warnte damals vor zunehmendem Übergewicht und steigender Karies bei Kindern, besonders in sozial benachteiligten Gruppen. Großbritanniens Erfahrungen zeigen, dass eine Zuckersteuer den Zuckerkonsum senkt und Hersteller zu neuen Rezepturen bewegt, was vor allem Kinder schützt.

Die Patientenvertretung betont, dass Prävention keine Frage individueller Disziplin oder Moral sei, sondern eine kollektive Verantwortung. Wirksame Prävention müsse soziale Ungleichheiten abbauen, Kinder schützen und gesunde Lebensbedingungen für alle schaffen. Dafür fordert die Organisation verbindliche Maßnahmen, eingebettet in eine transparente nationale Präventionsstrategie, die die Rechte der Patienten ins Zentrum stellt. (DJ)

1 Kommentare
Ph 19.02.202617:05 Uhr

Aarmen Kanner, keen besschen seiss mei keen internet mei.
Speider dofir Alkohol an Tubak .

Das könnte Sie auch interessieren