Ehemaliges Kommissariat am Hauptbahnhof
Polizeigewalt-Prozess geht nach Berufung in zweite Instanz
Der Prozess um mutmaßliche Polizeigewalt auf der Wache am Luxemburger Hauptbahnhof geht in die nächste Runde. Nach den Verurteilungen in erster Instanz wird der Fall nun in der Berufung neu verhandelt.
Die Wache am Hauptbahnhof Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Der Prozess um mutmaßliche Polizeigewalt im ehemaligen Kommissariat am Hauptbahnhof geht in die zweite Instanz. Das hat 100,7 am Dienstagmorgen gemeldet.
Das Gericht hatte am 25. Juni vier Polizisten des ehemaligen Kommissariats zu Haftstrafen von zwei und drei Jahren sowie zu Geldstrafen von 5.000 und 2.000 Euro verurteilt. Ein Teil der Strafen wurde zur Bewährung ausgesetzt, teils ganz, teils teilweise.
Am 20. Mai 2023 soll Tom D. das Opfer in einer Zelle zusammengeschlagen haben. Die weiteren Polizisten wurden in erster Instanz verurteilt, weil sie ihn deckten. Ein junger Beamter, der zur Tatzeit anwesend gewesen war, hatte von seinem Vorgesetzten den Auftrag erhalten, einen Einsatzbericht zugunsten der Polizisten zu verfassen. Der junge Beamte zeigte die Vorfälle jedoch an.
Das Strafmaß im Hauptverfahren
- Tom D. (Hauptangeklagter): Drei Jahre Haft, davon zwei zur Bewährung. 5.000 Euro Geldstrafe. Beteiligt am Schadenersatz an das Opfer.
- André A. (damaliger Vorgesetzter): Drei Jahre Haft, davon zwei zur Bewährung. 5.000 Euro Geldstrafe.
- Rick S.: Drei Jahre Haft, davon zwei zur Bewährung. 5.000 Euro Geldstrafe. Beteiligt am Schadenersatz an das Opfer.
- Joé Kalmes (Basketball-Nationalspieler): Zwei Jahre Haft, vollständig zur Bewährung ausgesetzt. 2.000 Euro Geldstrafe. Beteiligt am Schadenersatz an das Opfer.
- Das Opfer Fernando V. erhält 5.000 Euro Schadenersatz.
Das Gericht blieb hinter den Forderungen der Staatsanwaltschaft zurück, die Haftstrafen von bis zu sechs Jahren gefordert hatte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Auch die beiden Nebenverfahren werden neu aufgerollt, wie Reporter berichtet. Darin geht es um zwei zusätzliche Fälle von Körperverletzung. Hier sind neben André A. und Rick S. ein weiterer Polizist angeklagt. (dr)