Erstes Fouer-Wochenende
Stabile Preise – und bald vegane „Gromperekichelcher“: Schausteller äußern sich
Trotz Regen lockte das Auftaktwochenende viele Besucher auf das Glacis. Verantwortliche und Stadt Luxemburg ziehen eine positive Bilanz. Kritik gibt es dennoch: Das traditionelle Volksfest muss sich anpassen.
Die Stadt Luxemburg und die „Fédération nationale des commerçants forains“ (FNCF) zogen am Montagmorgen eine Bilanz des ersten Wochenendes Foto: Editpress/Alain Rischard
Der größte Jahrmarkt in Luxemburg hat auch 2026 seine Tore wieder geöffnet. Trotz wechselhaften Wetters ist das traditionelle Volksfest gut in seine diesjährige Ausgabe gestartet. Während der Pressekonferenz am Montagmorgen zog die Stadt Luxemburg zusammen mit den Vorsitzenden der „Fédération nationale des commerçants forains“ (FNCF) eine positive Zwischenbilanz. „Wir haben bisher nichts Negatives gehört“, sagte Schöffe Patrick Goldschmidt (DP). Es habe keine größeren Zwischenfälle gegeben und die Zusammenarbeit mit den Schaustellern habe am Wochenende einwandfrei funktioniert.
Über gutes Besucheraufkommen freuten sich die „Forains“ ebenfalls: Auch wenn kleinere Regenschauer das Wochenende begleiteten, war das Gelände auf dem Glacis am Freitag und Samstag gut besucht. Besonders am Sonntag herrschte großer Andrang.
Preise bleiben Reizthema
Ein jährlich wiederkehrender Kritikpunkt ist, dass der Kirmesbesuch zu teuer sei. Besonders in den sozialen Medien fand diese Kritik Biss: Trotz Vorfreude so mancher Nutzer argumentieren einige, ein Tag im Freizeitpark sei preiswerter.
Auf Nachfrage des Tageblatt erklärten die Vorsitzenden der FNCF, bei Fahrgeschäften habe es dieses Jahr keine allgemeinen Preiserhöhungen gegeben. „Fouer-Meeschter“ Laurent Schwaller verwies darauf, dass die Schobermesse ein anderes Konzept verfolge als ein Freizeitpark: Es gebe keinen Eintritt und der Besuch könne individuell gestaltet werden. „Die ‚Schueberfouer‘ ist etwas Alltägliches und kein Urlaub, wie ein Freizeitpark“, betont er. Gleichzeitig solle auch die Kostenrealität der „Forains“ in Betracht gezogen werden: Steigende Rohstoff- und Personalkosten würden auch an den Schaustellern nicht spurlos vorbeigehen. „Die Schausteller haben versucht, die Preiserhöhungen nicht an die Konsumenten weiterzugeben“, sagt Patrick Goldschmidt.
Trotzdem bietet die „Fouer“ auch Tage mit reduzierten Preisen an – „man kommt den Leuten entgegen“, sagt Laurent Schwaller. Die Verantwortlichen verwiesen auf beide „Family Days“, an denen jeweils Attraktionen oder Speisen und Getränke günstiger angeboten werden. Am letzten Tag des Jahrmarkts gelten halbe Preise.
Mehr Vielfalt auf dem Teller?
Ein weiterer Kritikpunkt, der besonders auf Instagram für Aufsehen sorgte, war der Mangel an veganen Optionen auf dem Jahrmarkt. Der luxemburgische Content Creator @argentdifficile hat ein Video auf Instagram veröffentlicht, in dem er alle veganen Gerichte auf dem Jahrmarkt testet – insgesamt nur sieben. Zudem macht er zu Beginn des Videos den Witz: „Wir essen alles, was auf der ‚Fouer‘ vegan ist: Das heißt nichts.“ Ausgelöst haben diese Videos Kontroversen in den sozialen Netzwerken. Dabei lautet die generelle Kritik: Vegane Optionen gibt es kaum, von Varietät ganz zu schweigen.
Auf Nachfrage des Tageblatt lautet die Antwort der Stadt: „Wir sind nicht dafür da, Leuten vorzuschreiben, was sie anbieten sollen“, so Laurent Schwaller. Die Auswahl der Stände hänge davon ab, welche Anbieter sich bewerben. Ziel sei dennoch „mehr Vielfalt und Diversität“, sagt der „Fouer-Meeschter“. Schöffe Goldschmidt verriet zudem: Die beliebten „Gromperekichelcher“ sollen ab 2027 auch als vegane Option erhältlich sein.
Solidarisch
Ein fester Bestandteil des Programms bleibt auch der soziale Aspekt: Während der Pressekonferenz überreichte die FNCF eine Spende von 2.000 Euro an „Een Häerz fir kriibskrank Kanner“. Auch der Bürgermeistertag, der dieses Jahr auf den 25. August fällt, findet für einen guten Zweck statt: 54 Gemeindevertreter servieren zwischen 19 und 22 Uhr in acht Restaurants auf dem Kirmesgelände. Der Erlös wird gespendet.
Andere soziale Initiativen sind etwa das kostenlose Mittagessen für 120 Mitglieder von „Stëmm vun der Strooss“, das gestern im „Kessel“ stattfand. Auch das „Fouerbichelchen“ gehört dazu. „Das sind Sachen, über die nicht viel gesprochen wird. Aber es sind Gesten, von denen Schausteller nichts haben, sie aber dennoch gerne machen, weil es von Herzen kommt“, so der Präsident der FNCF, Charles Hary.
Programm der kommenden Tage
25.8.: Bürgermeistertag
Rundgang und Servieren in Restaurants für wohltätige Zwecke.
26.8.: Family Day
Reduzierte Preise für Spiele, Attraktionen und Fahrgeschäfte.
27.8.: Tag der Königinnen
Wein-, Bier-, und Schönheitsköniginnen usw. treffen sich am Eingang E1 und drehen eine Runde über die Fouer.
1.9. & 3.9.: Lämmy
Maskottchen Lämmy ist an mehreren Nachmittagen unterwegs und verteilt mit Musikbegleitung Freikarten und Lose.
2.9.: Gourmet-Familientag
Restaurants sowie Essens- und Süßwarenstände bieten reduzierte Preise
7.9.: „Lämmy-Fouer-Spill“
Tombola um 18 Uhr beim Eingang E1, Preise wie Restauranttickets oder Fouerbichelcher.
9.9.: Letzter Tag
Halbe Preise bis 20 Uhr, Feuerwerk um 22 Uhr auf dem Pont Grande-Duchesse Charlotte, Schließung um 1 Uhr.
Wer die „Fouer“ besuchen möchte, sollte das Auto nach Möglichkeit stehen lassen oder die Park-and-Ride-Dienste nutzen. Die Stadt empfiehlt die Anreise zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Infos auf mobiliteit.lu und vdl.lu.