Pionier des Luxemburger Comics, Autor und Zwangsrekrutierter

Pe‘l Schlechter ist mit 105 Jahren gestorben

Der Zeichner und Autor Pe‘l Schlechter ist im Alter von 105 Jahren gestorben. Er gilt als einer der Väter des Luxemburger Comics.

Pe’l Schlechter

Pe’l Schlechter Foto: Editpress/Julien Garroy

Der Luxemburger Grafiker, Autor, Zeichner und Illustrator Pe‘l Schlechter ist gestorben, wie RTL am Mittwochabend berichtete. Am 20. April hatte er seinen 105. Geburtstag gefeiert.

Vater der Comics

Pe‘l Schlechter, der 1921 als Paul Schlechter geboren wurde, arbeitete unter anderem für das Magazin Revue, wo er kurz nach dem Zweiten Weltkrieg die ersten Bildergeschichten über „De Bim an de Jopi“ schuf. Er gilt neben Gab Weis und Felix Mersch als Vater der Comics im Großherzogtum. Während des Krieges war er Zwangsrekrutierter in der deutschen Wehrmacht an der Ostfront. Er desertierte in Holland und lebte bis zum Kriegsende versteckt in Rotterdam, bevor er nach Luxemburg zurückkehrte.

Sein Werk ist geprägt von diesen Erfahrungen, die er in eine zugleich nüchterne und distanzierte Schreibweise verwandelte – oft durchzogen von einer heilsamen Ironie. Diese Verbindung von Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit gehört zu seinen markantesten stilistischen Merkmalen.

Ungebrochene Kreativität

2013 wurde Pe‘l Schlechter für „De Pol muss an de Krich“ mit dem Lëtzebuerger Buchpräis ausgezeichnet. Darin zeichnet er den Weg eines jungen Luxemburgers nach, der mit der absurden Gewalt des Krieges konfrontiert wird.

Schlechter wirkte bis ins hohe Alter weiter. Mit „Reimereien“ (2024) veröffentlichte er kurze, häufig gereimte Texte, die von einer ungebrochenen Freude am Spiel mit den Wörtern, an ihren Klängen und Möglichkeiten zeugen.

In „Fabelen“ (2025) knüpfte Schlechter an eine alte Tradition an, die der Fabel, und entwickelt daraus eine ganz eigene, persönliche Variante: Die Tiere werden zu Spiegeln menschlichen Verhaltens, in einer zugleich moralischen und subtil kritischen Perspektive. (dr)

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