Tod im Bahnhofsviertel
Obdachlose in der Rue de Strasbourg: „Ich tränke mein T-Shirt eine halbe Stunde lang im Wasser, das hilft“
Ein Obdachloser stirbt am Samstag bei über 30 Grad im Bahnhofsviertel. Aus der Zivilgesellschaft kommt Kritik. Wir waren vor Ort.
Diese Garage liegt unmittelbar neben dem Fundort des Mannes Foto: Editpress/Julien Garroy
Es ist heiß am Montag in der rue de Strasbourg im Bahnhofsviertel. 32 Grad herrschen im Schatten und in jenem Hinterhof, in dem am vergangenen Samstag ein 75-Jähriger ums Leben kam. Etwas versteckt befindet sich eine offenstehende Garage. Haufenweise persönliche Gegenstände liegen verstreut auf dem Boden. Angrenzende Läden nutzen den Hinterhof, um Lieferungen entgegenzunehmen. Keiner der Anrainer kann allerdings bestätigen, ob es sich bei der Garage um einen Unterschlupf für Obdachlose handelt.
Die rue de Strasbourg und andere Straßen im Bahnhofsviertel bieten nur wenig schattige Plätze. Je nach Stand der Sonne bieten die Gebäude Schutz vor der Sonne. Ein obdachloser Mann, der etwas weiter entfernt unter einem der seltenen Bäume Platz genommen hat, zeigt auf die Frage, wie er sich abkühlt, auf einen nahegelegenen Springbrunnen. „Ich tränke mein T-Shirt eine halbe Stunde lang im Wasser, das hilft.“ Kalte Getränke, die Passanten ihm geben, würden ebenfalls abkühlen. Ansonsten laute die Devise: Schatten suchen. Den finde er vor allem in den Parks.