Fast 14.000 Besucher
Nach Standortwechsel: Die „Studentefoire“ meldet sich erfolgreich zurück
Lange Wege, verteilte Gebäude und Frust bei der ACEL: Die „Foire de l’étudiant“ stand nach den Jahren auf Belval vor einer Zerreißprobe. Nun feiert die Studentenmesse auf Kirchberg ihr Comeback im Zentrum von Luxemburg.
Glückliche Gesichter auf der Studentenmesse in der Coque – etwa weil sie nicht mehr bis nach Belval fahren mussten? Foto: Editpress/Julien Garroy
Die „Foire de l’étudiant“ war dieses Jahr „ein voller Erfolg“, wie es in einer Pressemitteilung des Hochschulministeriums am Montag hieß. Nach schwächelnden Jahren auf Belval meldet sich die Messe bei der 40. Ausgabe in der Coque auf Kirchberg eindrucksvoll zurück – mit fast 14.000 Besuchern. Auch Jo-Anne Maathuis, Vizepräsidentin für den Bereich Information der „Association des cercles d’étudiants luxembourgeois“ (ACEL) zeigt sich auf Nachfrage des Tageblatt „sehr zufrieden“. Nach der Messe im vergangenen Jahr war der Ton noch ein anderer. Der Standort der Messe in Belval hatte einen Konflikt zwischen ACEL und dem Ministerium ausgelöst.
Lediglich 6.000 Besucher
Die vorhergehenden drei Ausgaben der Studentenmesse haben nach offiziellen Angaben je rund 6.000 Schüler besucht. 2025 hieß es in der Pressemitteilung zur damaligen Ausgabe, die Zahlen würden auf Schätzungen basieren, die aus den Besuchern der Vorjahre und den Anmeldungen der Sekundarschulen bestehen. Die ACEL hatte in einem Interview mit dem Tageblatt Zweifel an den Zahlen geweckt. Die Studentenvereinigung verteilt nämlich an alle Besucher ihren „Guide du futur étudiant“. 2025 gab sie 2.500 Exemplare aus.
Nach der Corona-Pandemie wurde die „Studentefoire“ vom Ministerium nach Belval verlegt – und ordentlich zusammengestaucht. Am vorherigen Standort in der Luxexpo gab es nach Angaben des ACEL je nach Jahr 230 bis 250 Stände. 2025 waren es noch rund 150. Neben einzelnen Universitäten fielen vor allem die vielen Unternehmen weg, die sich den angehenden Studenten vorgestellt haben. Auch das Ehrenamt war kaum noch vertreten.
Ins Exil nach Belval
Der Wechsel nach Belval hat laut Hochschulministerin Stéphanie Obertin (DP) ordentlich Kosten eingespart. Die Messe hätte 2022 in der LuxExpo geschätzte 400.000 Euro gekostet. Die Messe 2024 in Belval hat nur mit etwa 70.000 Euro zu Buche geschlagen.
Bei der ACEL staute sich Frust. Auch die lange Anfahrt, die Parkplatzsituation und die Tatsache, dass die Stände in Belval auf mehrere Gebäude verteilt waren, sorgten für Unmut. Die Studentenvereinigung forderte eine Rückkehr ins Zentrum von Luxemburg – und drohte sogar mit einem Rückzug aus der Organisation der Messe. Mit Erfolg: Die ACEL und das Ministerium verständigten sich auf einen neuen, zentraleren Standort in der Coque auf Kirchberg und eine neue (alte) Ausrichtung: Berufliche Orientierung und Ehrenamt kehrten wieder zurück.
Zurück zu den Wurzeln
Die Besucher der diesjährigen „Studentefoire“ zeigen sich gegenüber dem Tageblatt zufrieden mit dem neuen Standort. Der Konsens: Die Messe ist für jeden gut erreichbar und die Stände sind übersichtlich verteilt – und endlich sind alle wieder im gleichen Gebäude.
„In diesem Jahr hat die Messe einen neuen Meilenstein in ihrer Entwicklung erreicht, indem sie einen umfassenderen Ansatz zur Berufs- und Studienorientierung bot“, fasst das Ministerium die Ausgabe zusammen. Mit ihrem neu gestalteten Konzept, der Vielfalt ihrer Aussteller und dem großen Interesse der Besucher bestätigte die Messe ihre Rolle als unverzichtbarer Treffpunkt.
ACEL-Vizepräsidentin Maathuis zieht eine ähnliche Bilanz: „Die Messe war im Großen und Ganzen ein Erfolg.“ Außerdem bestätige die Austragung in der Coque, dass ein zentraler Standort in einem Gebäude von Vorteil sei. „Es macht Sinn, eine Messe in diesem Stil abzuhalten“, sagte Maathuis. Auch die Beziehung zum Ministerium habe sich verbessert. „Wir fühlen uns gehört.“ Die ACEL sei ein wichtiger Teil der Organisation, darauf lege man Wert. Jetzt warte man nur noch auf die endgültige Auswertung. Dann werde sich zeigen, ob die „Studentefoire“ nächstes Jahr wieder in der Coque stattfinde. Von den Besuchern und Ausstellern habe man bisher nur Gutes gehört.