Tests sollen Klarheit bringen
Nach Schafsrissen bei Dahl wird eine mögliche Wolfsanwesenheit nicht ausgeschlossen
Nachdem bei Dahl zwei tote Schafe gefunden wurden, vermutet die Naturverwaltung einen Wolf als Täter. Nun sollen genetische Tests Klarheit bringen. Luxemburg ist zudem auf die Rückkehr des Wolfs vorbereitet.
Zwei tote Schafe bei Dahl geben Rätsel auf – ein Wolf wird als Verursacher nicht ausgeschlossen, sagt die Naturverwaltung Foto: dpa/Philipp Schulze
Im Raum Dahl wurden kürzlich zwei tote Schafe entdeckt, die eindeutig von einem Raubtier gerissen wurden. Das teilt die Naturverwaltung am Donnerstag mit. Ein Gutachten der Verwaltung schließt den Wolf als Verursacher nicht aus. Zur weiteren Untersuchung wurden genetische Proben entnommen, die zur Analyse an das Senckenberg-Institut in Gelnhausen in Deutschland geschickt werden. Mit Ergebnissen wird in den kommenden Wochen gerechnet.
Die Naturverwaltung betont zudem, dass es seit 2017 regelmäßig bestätigte Nachweise von Einzelwölfen in Luxemburg gibt. In der näheren Umgebung, etwa im Hohen Fenn in Belgien, haben sich mittlerweile Wolfsrudel angesiedelt.
Die Naturverwaltung erinnert an die Rolle des Wolfes im Ökosystem und weist darauf hin, dass der Wolf europaweit streng geschützt ist. Zudem hat sich Luxemburg mit einem Aktions- und Managementplan auf die Rückkehr des Wolfs vorbereitet. Dieser wurde in Zusammenarbeit mit Akteuren aus der Landwirtschaft, dem Naturschutz und der Jagd ausgearbeitet. Der Plan soll die Koexistenz von Mensch und Wolf regeln und gleichzeitig den Schutz der Tierart gewährleisten.
Verhaltensregeln für Wolfsbegegnungen
Obwohl Wölfe den Kontakt zu Menschen in der Regel meiden, können sie neugierig sein. Die Naturverwaltung rät in solchen Fällen zu folgenden Verhaltensmaßnahmen:
– nicht weglaufen, da dies den Jagdinstinkt auslösen könnte;
– nicht direkt auf den Wolf zugehen und Augenkontakt vermeiden;
– den Wolf auf sich aufmerksam machen, laut rufen und mit den Armen wedeln;
– falls sich der Wolf nähert, langsam zurückziehen und dabei laut weiter rufen – im Notfall mit Gegenständen werfen;
– niemals Wölfe anfüttern oder durch Futter anlocken.
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