Energie
Esch will Fotovoltaik ausbauen und setzt auf Zusammenarbeit mit Sudstroum
Der Gemeinderat in Esch hat eine Konvention mit Sudstroum verabschiedet und die Subventionen für Fotovoltaikanlagen verdreifacht. Gleichzeitig wurde über Defizite beim Ausbau und mögliche Verbesserungen diskutiert.
Die Installation von Fotovoltaikanlagen soll in Esch künftig mit der Unterstützung von Sudstroum vorangetrieben werden Foto: Editpress/Alain Rischard
In der Gemeinderatssitzung am Freitag wurde in Esch über den Ausbau von Fotovoltaik-Anlagen diskutiert. Dabei wurden sowohl künftige und bestehende Maßnahmen der Stadt als auch Defizite und mögliche Verbesserungen thematisiert.
Schöffe Meris Sehovic („déi gréng“) lobte die aktuelle Herangehensweise der Stadt und verwies auf laufende Projekte und strategische Ansätze. So würden unter anderem die Dächer der Gemeindeateliers im Barburg künftig zur Energieerzeugung genutzt. Zudem wurde im Gemeinderat eine Konvention mit dem Energieakteur Sudstroum verabschiedet, um die Zusammenarbeit beim Ausbau der Fotovoltaik weiter zu festigen – eine Initiative, die auch seitens der Opposition unterstützt wird.
Potenzial nicht ausgeschöpft
Parallel werde die Ladeinfrastruktur für Elektromobilität erweitert: „Kurzfristig wollen wir das Angebot erhöhen und gleichzeitig vorausschauend planen, etwa indem bei Baustellen bereits Kabel für künftige Ladesäulen verlegt werden“, so Sehovic. Die Maßnahmen seien Teil einer breiteren Strategie in den Bereichen Luftqualität, Resilienz und Energieunabhängigkeit.
Aus den Reihen der Opposition wurden insbesondere Vergleichsdaten und die bisherige Umsetzung von Fotovoltaik angesprochen. LSAP-Fraktionssprecher Steve Faltz verwies etwa auf Ergebnisse der „Solar Challenge“ der Klima-Agence: „Esch ist in den relevanten Kategorien oft hinten, teilweise zweitletzter.“ Im Vergleich zu Differdingen und Düdelingen gebe es Unterschiede beim Ausbau der Energie und bei der Zusammenarbeit mit Betrieben.
Verdreifachung der Subventionen
Die Stadt Esch wird ihre Zuschüsse für Fotovoltaikanlagen deutlich erhöhen:
- Bisher: rund 60.000 Euro Gesamtbudget
- Neu: rund 180.000 Euro
- Entspricht einer Verdreifachung der Mittel
Die Maßnahme wurde im Gemeinderat beschlossen und soll den Ausbau im privaten Bereich unterstützen.
„Die Leistung der Fotovoltaik-Anlagen in Düdelingen beträgt insgesamt 20.000 Kilowatt, in Differdingen 30.000 – in Esch beträgt sie 9.000“, sagte Faltz. Auch die Nutzung von Dachflächen wurde thematisiert. Faltz erklärte: „Die neue Sporthalle in Lallingen mit rund 5.000 Quadratmetern Dachfläche wird nur minimal für Fotovoltaik genutzt, warum?“
Sacha Pulli (LSAP) brachte eine Motion ein, mit der die kommunalen Zuschüsse für Fotovoltaik erhöht werden sollen. Er begründete dies unter anderem mit energie- und sicherheitspolitischen Überlegungen: „Jedes zusätzliche Kilowatt bedeutet mehr Resilienz und Unabhängigkeit.“
Hohe Mieterzahl als Herausforderung
Sehovic verwies auf strukturelle Herausforderungen der Stadt Esch, darunter ältere Gebäude mit eingeschränkter Eignung sowie eine Mietquote von über 60 Prozent. Dies erschwere den Ausbau der Fotovoltaik im privaten Bereich. Zugleich betonte er, dass die Stadt ihre eigenen Dachflächen seit 2023 verdoppelt habe und weitere Projekte – etwa „Solar.Esch“ – die Ausweitung einer resilienten Energiepolitik unterstützen sollen. Auch die Nachfrage nach Förderungen sei zuletzt gestiegen.
Der Gemeinderat nahm am Freitagmorgen die Motion der LSAP mit einer Anpassung an, die dem Schöffenrat zusätzliche Zeit für Analysen einräumt. Die Abstimmung erfolgte mehrheitlich, bei Enthaltung der ADR. Auch die Konvention mit Sudstroum wurde vom Gemeinderat angenommen.