Backes bezieht Stellung

N7-Baustelle hinter Hosingen: „Unglückliche Situation“ nicht weiter verschlechtern

Spur- und Vollsperrungen der A7-Tunnel kosten Autofahrer schon seit Wochen viel Zeit und Nerven. Mitte März ist eine weitere Baustelle auf der Hauptachse nach Norden hinzugekommen, die nun Gegenstand einer parlamentarischen Anfrage an Mobilitätsministerin Yuriko Backes war.

Wildbrücke über Autobahn N7 im Bau, nachhaltige Infrastruktur für sichere Tierwanderung über zwei Jahre Projektzeit

Der Bau einer aufwendigen Wildbrücke über die N7 soll mehr als zwei Jahre lang dauern Illustration: Administration des ponts et chaussées

Für die „Éisleker“ sowie zahlreiche Grenzgänger aus Belgien ist die N7 die wichtigste Verkehrsachse im Berufsalltag. Entsprechend besorgt zeigte sich der ADR-Abgeordnete Michel Lemaire aus Clerf, als eine zusätzliche Langzeitbaustelle angekündigt wurde. Weil eine aufwendige Wildbrücke errichtet wird, ist die „Nordstrooss“ bis Mitte 2028 auf mehr als einem Kilometer Länge zwischen Hosingen und Marnach nur einspurig befahrbar, die Geschwindigkeit in diesem Streckenabschnitt auf 70 km/h begrenzt.

In einer „dringenden“ parlamentarischen Anfrage wollte Lemaire deshalb bereits am 19. März von Mobilitätsministerin Yuriko Backes (DP) mitunter wissen, ob vorab eine Analyse zum zusätzlichen Zeitverlust für Pendler durchgeführt worden sei. Seit Dienstag liegen nun die Antworten vor.

Wildbrücke mit zwei Bögen zur Überwindung von Höhenunterschieden, verlängert Bauzeit für nachhaltigen Wildtierkorridor

Um den Höhenunterschied auszugleichen, wird die Wildbrücke zwei Bögen haben, was die Bauzeit deutlich verlängert Illustration: Administration des ponts et chaussées

Backes erklärt in ihrem Antwortschreiben, dass aufgrund aktueller Erkenntnisse (Verkehrszählungen, vergleichbare Baustellen) davon auszugehen sei, dass die Sperrung der Überholspur an besagter Stelle „nicht zu einem großen Rückstau des Verkehrs aus dem Süden Richtung Norden führen wird“. Da die Überholspur nur teilweise gesperrt werde, sei eine gesonderte Analyse bei derartigen Baumaßnahmen nicht vorgesehen. Die Arbeiten würden ohne Umleitungen und Ampeln durchgeführt, was „äußerst positiv“ sei, wenn man bedenke, dass die Baustelle über einen längeren Zeitraum (fast zweieinhalb Jahre) bestehen bleibt.

„Unglückliche Situation im Berufsverkehr“

„Tatsächlich kann es morgens im Berufsverkehr zu Zähfluss vor Hosingen in Richtung Süden kommen“, führt die Ministerin aus. Dieses Problem bestehe allerdings unabhängig von der neuen Baustelle, weshalb ja aktuell die Umgehungsstraße von Hosingen gebaut werde: „Die Sperrung der Überholspur wird diese unglückliche Situation im Berufsverkehr nicht weiter verschlechtern.“

Bau der Umgehung von Hosingen im Überblick

Das lang erwartete Großprojekt soll den Ortskern von Hosingen vom Durchgangsverkehr entlasten und ist Teil der Neugestaltung der N7 zwischen Fridhaff und Weiswampach. Auf einer Gesamtlänge von rund 4,4 Kilometern wird die neue Trasse westlich am Ort vorbeigeführt, samt ca. 320 Meter langem Tunnel. In diesem Zusammenhang entstehen sieben Brücken, wovon eine die aufwendig gestaltete Wildbrücke sein wird.

Außerdem wollte Michel Lemaire wissen, wieso die Bauarbeiten in den Nordstraßen-Tunneln nicht zeitlich mit dem Bau der Wildbrücke hinter Hosingen abgestimmt wurden. Darauf erwidert Backes, dass die Arbeiten in den Tunneln aufgrund einer nicht vorhersehbaren „Anomalie“ präventiv ergriffen wurden, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.

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