Musik
Musik für einen Cent?
Die zweite Solo-EP vom Seed-to-Tree-Sänger Georges Goerens ist eklektischer und experimenteller, gleichzeitig hat der Songwriter sein politisches Profil geschärft. Wir haben uns mit ihm über Streamingdienste, Aktivismus, privilegierte Luxemburger und mangelnde Selbstkritik in der hiesigen Musikszene unterhalten.
Georges Goerens a.k.a. Bartlebly Delicate Foto: Nicole Olenskaia
Für die Release-Party seiner neuen Solo-Platte im Creative Space „Am Gronn“ hatte sich Georges Goerens etwas Besonderes einfallen lassen: Weil der junge Künstler seit geraumer Zeit sein politisches Profil schärfen wollte, stand am Anfang seiner kulturpolitischen Performance die Enttäuschung, dass sich die Regierung im zweiten Lockdown irgendwann für die Öffnung der hauptstädtischen Läden entschied – die Kulturhäuser jedoch geschlossen bleiben mussten. „Das Argument der Regierung war, diese Öffnung wäre wesentlich für die Psyche der Menschen – als würden die Leute Louis-Vuitton-Handtaschen, jedoch keine Kultur benötigen, um glücklich zu sein.“ Goerens wollte eigentlich in einem Schaufenster auftreten – um der Regierungsentscheidung eine kritisch-ironische Pose entgegenzusetzen.