Kultur-News

Usina-Festival in Düdelingen, Community in Bonneweg, Gartenschau und „Hiatus“ in Luxemburg

In den Schulferien fallen die Kultur-News kurz aus, dafür gibt es spannende Events zu entdecken. Eine Auswahl im Kurzformat.

Symbolbild: Das Tageblatt präsentiert ausgewählte Kultur-News im Kurzformat

Symbolbild: Das Tageblatt präsentiert ausgewählte Kultur-News im Kurzformat Foto: Pexels

Nach „Glamping Cabins“ folgt „Gîtes Miselerland“

Bis zum 26. Juni 2026 haben Interessenten Zeit, ihr Dossier mit einer Bewerbung am nun ausgeschriebenen „Concours OAI Gîtes Miselerland“ einzureichen. Wie das OAI ankündigt, haben die Verantwortlichen gemeinsam mit dem Leader Miselerland und dem regionalen für die Mosel-Gegend zuständigen Tourismus-Büro beschlossen – ähnlich dem „Gîtes Minett Trail“ mit Prosud –, nun auch eine entsprechende Initiative im Bereich der Regionen Mosel und Müllertal zu ergreifen. Es geht um die touristische und architektonische Aufwertung dieser Gegend durch Errichten neuer und innovativer Unterkünfte oder aber um die Abänderung vorhandener Strukturen, dies auch um den „Weintourismus“ zu fördern. Im ersten Anlauf dieses Wettbewerbs geht es um die Erkundung geeigneten Baulandes und/oder passender Gebäude, um in einer zweiten Etappe den eigentlichen Wettbewerb umsetzen zu können. Angesprochen sind zwölf Gemeinden, die im Leader Miselerland vereint sind sowie dort aktive Winzer, Landwirte oder Einzelpersonen und Vereine. Jeder Bewerber soll wenigstens drei Areale oder Gebäude anbieten, die sich später für einen „Gîte“ eigenen könnten. Weitere Einzelheiten gibt es auf der Webseite concoursoai.lu. (fw)


Usina-Festival in Düdelingen

Mitten zwischen alten Industriehallen, Backsteinfassaden und den Relikten der ehemaligen Eisenverarbeitung lädt das Usina-Festival am heutigen Samstag erneut auf das Gelände „Neischmelz“ in Düdelingen ein. Das urbane Kulturfestival bespielt damit einen Ort, der wie kaum ein anderer für den Wandel ehemaliger Industrieflächen in Luxemburg steht. Neu ist in diesem Jahr vor allem das Format: Statt über zwei Tage verteilt, konzentriert sich das gesamte Programm erstmals auf einen einzigen Festivaltag. Inhaltlich bleibt Usina jedoch seiner Mischung aus Musik, Straßenkunst, Theater und ungewöhnlichen Begegnungen treu. Musikalisch reicht das Line-up von Indie bis Elektro. Zu den bekanntesten Namen zählen die deutsche Indie-Rock-Band Giant Rooks sowie die britische Formation Chartreuse. Daneben setzt das Festival weiterhin stark auf lokale, regionale und alternative Acts wie Low Density Corporation, Maël & Jonas oder Die Schlagzeugmafia. Neben den Konzerten soll vor allem das Gelände selbst wieder zum Erlebnis werden. Zwischen Fahrgeschäften, Street Artists, Workshops und Theaterformaten entsteht ein Festival, das weniger auf klassische Bühnenlogik setzt als auf Bewegung und Entdeckung. Auch organisatorisch setzt Usina auf Offenheit und Zugänglichkeit: Der Eintritt ist kostenlos, die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird ausdrücklich empfohlen. Zusätzliche Shuttlebusse verbinden das Festivalgelände mit den umliegenden Parkplätzen und dem Stadtzentrum. Gleichzeitig versteht sich das Festival klar als „Safer Space“ – mit Awareness-Team, barrierearmen Zugängen und einem bewusst familienfreundlichen Rahmen. (ct)


„Rendez-vous aux jardins“

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Events für Garten- und Kulturfans gibt es vom 5. bis zum 7. Juni bei den „Rendez-vous aux jardins“ zu entdecken; das Programm ist auf jardinsluxembourg.lu einsehbar


Expo-Tipp: „Hiatus“ von Nuno Lorena

Manche Erinnerungen verschwinden nie ganz: der Duft einer Blume im Haus der Großmutter, ein flüchtiger Blick aus dem Fenster oder die Spuren eines Gefühls von Zuhause, lange nachdem man diesen Ort verlassen hat. In seiner neuen Ausstellung „Hiatus“ widmet sich Nuno Lorena (siehe Foto) genau diesen Momenten zwischen Erinnerung, Erfahrung und Verlust. „Ich versuche nicht, Dinge exakt abzubilden, sondern das Gefühl ihrer Erinnerung festzuhalten“, erklärt Nuno Lorena. Seine Bilder zeigen Gegenstände und Orte deshalb nicht präzise oder vollständig, sondern unscharf, fragmentarisch und von Zeit überlagert. Sie führen zurück an die portugiesische Küste, wo Lorena aufgewachsen ist.

Eine gewisse Sehnsucht zieht sich durch die gesamte Ausstellung. Im Gespräch erzählt Lorena, wie schwer ihm die Entscheidung fiel, Portugal zu verlassen. Dort habe er zwar das Meer gehabt, jedoch keine langfristige Perspektive als Künstler gesehen. Nach einigen Jahren in Luxemburg dachte er lange darüber nach, zurückzugehen. Doch als er wieder dort war, habe sich Portugal nicht mehr angefühlt wie früher, vielleicht auch, weil er selbst längst nicht mehr dieselbe Person war.

Genau diese Spannung macht „Hiatus“ so interessant. Die Ausstellung fühlt sich fast wie ein Parcours durch Lorenas Kopf an. Man bewegt sich von Bild zu Bild wie durch Szenen eines Traums. Man versucht nicht mehr zu verstehen, was genau dargestellt ist, sondern beginnt, sich selbst zu erinnern. Die Ausstellung vermittelt ein Gefühl, das in Luxemburg vermutlich viele Menschen nachvollziehen können: Das Gefühl zwischen Orten, Versionen von sich selbst und verschiedenen Vorstellungen von Zuhause zu leben. Zu entdecken in der Galerie Nosbaum Reding Projects (2, rue Wiltheim, L-2733 Luxemburg-Stadt), noch bis zum 13. Juni 2026. Eintritt frei. (gg)


Musik und Gemeinschaft in Bonneweg

Die Philharmonie Luxemburg und das Paper Lantern Collective laden am 13. Juni zum Abschluss des „Luxembourg Community Music Project“ ein. Auf dem Programm: eine Musikparade und ein Straßenfest auf der place du Parc in Bonneweg. Die Parade beginnt um 16.30 Uhr vor dem „Institut européen de chant choral“ (Inecc, 23A, rue de Chicago, L-1332 Bonnevoie) und endet um 17.00 Uhr vor dem Kiosk auf der place du Parc.

La Community Music part d’une conviction simple: la musique est une expérience collective que nous créons ensemble, en tant qu’égal·es

Matt Robinson

Mitbegründer Paper Lantern Collective

Das „Luxembourg Community Music Project“ läuft seit Januar. Es umfasst unter anderem musikalische Workshops und Treffen im öffentlichen Raum. Im Mittelpunkt steht der Stadtteil Bonneweg in Luxemburg-Stadt. Die Teilnahme steht allen offen, die sich für das Projekt interessieren – unabhängig vom Alter und der musikalischen Kompetenz.

Einblick in das „Luxembourg Community Music Project“: die Atelier drehten sich unter anderem um Musik

Einblick in das „Luxembourg Community Music Project“: Die Ateliers drehten sich unter anderem um Musik Foto: Jan Felber

Matt Robinson und Marleen Kiesel, Mitbegründer*innen des Paper Lantern Collectives, führten vergleichbare Projekte bereits im Ausland durch. Inklusion und die Beteiligung der Zivilgesellschaft stehen dabei immer im Vordergrund. In Luxemburg sind beispielsweise Schulen aus Bonneweg und Organisationen aus dem sozialen Bereich, darunter die ASTI, „Hëllef um Terrain“, Creamisu oder Inter-Actions, involviert. Weitere Informationen: philharmonie.lu. (ispi)

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