Lust auf Lesen
Wie die Psychoanalytikerin Marie Langer und der Kriegsreporter Egon Kisch die Zeit prägten
Im Juli jährt sich der Beginn des spanischen Bürgerkriegs zum neunzigsten Mal. Zwei bibliografische Bücher erinnern an Augenzeugen, deren Lebensleistungen – auch an deren Verstrickungen – und helfen, ein bis heute nachwirkendes Zeitbild in die Erinnerung zurück zu rufen.
Egon Kisch (l.) und Marie Langer übernahmen wichtige Rollen im Spanischen Bürgerkrieg – und prägten ihren Berufsstand Quelle: Wikisource/Public Domain
Die große Desillusion
Egon Erwin Kisch (1885-1948) gilt, wenn nicht gleich als deren Erfinder, so doch als einer der Ersten, die der literarischen Reportage als Gattung ihre erste Blütezeit verschaffte. Bekanntheit erlangte der Journalist bereits vor dem 1. Weltkrieg in seiner Geburtsstadt Prag. Zu Beginn der 1920er-Jahre zog es ihn nach Berlin, wo er dank seines glücklichen Händchens zur Selbstvermarktung binnen kürzester Zeit mit zum Teil recht gewagten Zeitungsbeiträgen zum weithin gefeierten „rasenden Reporter“ aufstieg.