Auch Kulturminister Thill reagiert

Mehdi Mahmoudian, Drehbuchautor luxemburgischer Koproduktion, im Iran verhaftet

Ende Januar wurde „It Was Just an Accident“ für zwei Oscars nominiert, jetzt sitzt einer der Drehbuchautoren im Gefängnis: Mehdi Mahmoudian wurde am Samstag in Teheran verhaftet. Wie sein Kollege Jafar Panahi und Luxemburgs Kulturminister Eric Thill darauf reagieren.

Mehdi Mahmoudian und Team von „It Was Just an Accident“ feiern doppelte Oscar-Nominierung, Mahmoudian später im Gefängnis

Vor wenigen Wochen freuten sich Mehdi Mahmoudian und das Team von „It Was Just an Accident“ noch über eine doppelte Oscar-Nominierung, jetzt sitzt Mahmoudian im Knast Quelle: imdb.com

„Die Meldung über die Festnahme von Mehdi Mahmoudian (...) ist besorgniserregend“, schreibt Luxemburgs Kulturminister Eric Thill (DP) am Dienstag auf Facebook. Mahmoudian ist einer der Drehbuchautoren der erfolgreichen Luxemburger Koproduktion „It Was Just an Accident“ (u.a. Bidibul Productions) und wurde laut Medienberichten am Samstag in Teheran verhaftet. Der Iraner ist vor allem als politischer Journalist und Menschenrechtsaktivist bekannt.

Die genauen Gründe für seine Verhaftung sind bislang unklar. Mahmoudian soll jedoch vor wenigen Tagen ein öffentliches Schreiben gegen die Gewalt des iranischen Regimes gegenüber Demonstrierenden unterzeichnet haben. Zusammen mit 16 weiteren Personen, darunter auch der iranische Regisseur von „It Was Just An Accident“, Jafar Panahi.

Die Männer lernten sich laut der britischen Tageszeitung The Guardian im Gefängnis kennen. Beide wurden in der Vergangenheit bereits wegen ihrer regimekritischen Arbeit inhaftiert. „It Was Just an Accident“ filmten sie heimlich im Iran. Der Streifen befasst sich unter anderem mit der Folter in Irans Gefängnissen und mit den Rachegelüsten, die ehemalige Häftlinge verspüren.

Erfahrungen, die die Filmemacher vermutlich teilen. „Wenn ein neuer Häftling eintraf, versuchte Mehdi ihn mit dem Nötigsten zu versorgen und – noch wichtiger – ihm Sichherheit zu geben“, zitiert The Guardian aus einer Stellungnahme von Panahi. „Er wurde zur stillen Stütze im Gefängnis – jemand, auf den sich Häftlinge aller Glaubensrichtungen und Hintergründe verlassen konnten und dem sie sich anvertrauten.“

Für Eric Thill ist die Verhaftung symbolisch für den systematischen Druck, dem Kunstschaffende im Iran ausgesetzt sind. Dabei gerät in Vergessenheit, dass die Luxemburger Regierung den iranischen Fotokünstler Alborz Teymoorzadeh 2024 auswies. Trotz starkem Engagement in der hiesigen Kulturszene. Thill betonte damals, das Kulturministerium sei nicht für solche Entscheidungen zuständig.

„Autoritäre Regime fürchten freie Kunst, weil sie einem den Spiegel vorhält, den Finger in die Wunde legt und so auf Missstände hinweist. Aus dem Grund soll sie mundtot gemacht werden“, so der Minister nun in seinem Facebook-Post. „Kunst- und Meinungsfreiheit sind keine Privilegien, sondern fundamentale Rechte, die konsequent und überall verteidigt gehören.“

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