Serie
Luxemburgs Komponistinnen: Die Wiederentdeckung von Helen Buchholtz
Spotlight auf Musikerinnen aus Luxemburg: Ab sofort präsentiert das Tageblatt in Zusammenarbeit mit „Musik und Gender in Luxemburg“ jeden Monat nationale Komponistinnen, die teils in Vergessenheit geraten sind. Die neunteilige Serie beginnt mit Helen Buchholtz: Ihr Erbe wäre fast in der Tonne gelandet.
Symbolbild: Musik aus der Feder von Frauen steht im Mittelpunkt unserer neuen Serie in Zusammenarbeit mit MuGi.lu Quelle: FreePik
Es hätte nicht viel gefehlt, und von Helen Buchholtz würden wir heute allenfalls noch den Namen kennen: Als die Komponistin kurz vor ihrem 76. Geburtstag starb, wurde ihr Haus geräumt. Ihren rund 200 Notenmanuskripten wurde dabei keine Bedeutung zugemessen. Die Partituren wurden in Müllsäcke verpackt und standen bereits an der Straße zum Abtransport bereit, als Buchholtz’ Neffe François Ettinger zufällig vorbeikam. Er nahm sie kurzerhand an sich und lagerte sie über mehrere Jahrzehnte auf seinem Dachboden. Erst kurz vor der Jahrtausendwende konnten die Manuskripte von der Musikwissenschaftlerin Danielle Roster wieder ans Tageslicht befördert werden. Im Jahr 2003 wurde schließlich das Archiv Helen Buchholtz im CID – Fraen an Gender eröffnet, wo der Nachlass der Komponistin bis heute verwahrt wird.