„Un simple accident“

Luxemburger Koproduktion greift nach Oscar – auch Kurzfilm mit Vicky Krieps nominiert

Die Luxemburger Filmbranche erhält internationale Aufmerksamkeit: „Un simple accident“ von Jafar Panahi und der Kurzfilm „Two People Exchanging Saliva“ mit Vicky Krieps sind für die Oscars 2026 nominiert.

Filmplakat von „Un simple accident“, oscarnominierter französischer Film 2026, Drama, preisgekrönt, Kino, Oscar-Nominierung

Zweimal gibt es die Chance auf einen Oscar Symbolfoto: Danny Moloshok/Invision/AP/dpa

Die Erfolgsserie reißt nicht ab: Der von Luxemburg koproduzierte Film „Un simple accident“ des iranischen Regisseurs Jafar Panahi ist für die Oscars 2026 nominiert. Bereits zuvor hatte der Film internationale Aufmerksamkeit erlangt: Bei den 78. Filmfestspielen in Cannes erhielt er die Goldene Palme, bei den Golden Globes wurde er in vier Kategorien nominiert („Best Motion Picture – Drama“, „Best Motion Picture – Non-English Language“, „Best Screenplay – Motion Picture“ und „Best Director – Motion Picture“).

Nun ist das Werk für die renommierteste Filmauszeichnung der Welt als „Best International Feature Film“ im Rennen. Die Konkurrenten kommen aus Brasilien („The Secret Agent“), Norwegen („Sentimental Value“), Spanien („Sirāt“) und Tunesien („The Voice of Hind Rajab“). Offiziell tritt „Un simple accident“ als französischer Beitrag an.

Es bleibt nicht nur bei einer Nominierung: Auch in der Kategorie „Best Original Screenplay“ könnte die Produktion – geschrieben von Jafar Panahi, Nader Saïvar, Shadmehr Rastin und Mehdi Mahmoudian – ausgezeichnet werden.

Worum es geht

„Un simple accident“ ist eine Koproduktion des Irans, Frankreichs und Luxemburgs. Der Film wurde vom Film Fund Luxembourg gefördert und von der Luxemburger Produktionsfirma Bidibul Productions von Christel Henon koproduziert.

Jafar Panahi hat den Film ohne Genehmigung im Iran gedreht. „Un simple accident“ verbindet politische Satire mit persönlichem Drama. Die Story dreht sich um einen ehemaligen politischen Häftling, der überzeugt ist, dass es sich bei einer Zufallsbegegnung um seinen ehemaligen Folterknecht handelt. Er ist zunächst entschlossen, den Mann aus Rache für das, was der ihm einst angetan hatte, zu töten, und entführt ihn. Doch dann wachsen Zweifel. (dr)

Vicky Krieps spricht in Oscar-Kurzfilm

Auch die aus Luxemburg stammende Schauspielerin Vicky Krieps ist Teil einer nominierten Produktion – allerdings nicht vor der Kamera, sondern mit ihrer Stimme: Sie übernimmt in „Two People Exchanging Saliva“ die Rolle der Erzählerin. Der 36-minütige Film von Alexandre Singh und Natalie Musteata spielt in einer dystopischen Version von Paris. Küssen ist verboten, Einkäufe erledigt man durch kleine Gewalttaten. Der Kurzfilm wurde für einen Oscar in der Kategorie „Live Action Short Film“ nominiert. (les, dr)

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