Flashback
Der Western als Schlüssel zum Verständnis der US-Geschichte: John Fords Meilenstein „The Searchers“
Das Tageblatt präsentiert in der losen Film-Serie „Flashback“ Meisterwerke der Filmgeschichte, die 2026 ein Jubiläum feiern – so wie John Fords „The Searchers“ von 1956. Was den Klassiker ausmacht.
Das Monument Valley: Schauplatz vieler Western von John Ford Foto: Moyan Brenn
Wer die USA von heute besser verstehen möchte, sollte sich Western anschauen. Das Genre ist durch die Archetypen der Mythologie Amerikas gekennzeichnet: der Mythos der „frontier“, der Grenze zwischen Wildnis und Zivilisation, und jener der „regeneration through violence“, der permanenten Erneuerung und Wiedergeburt Amerikas aus und durch Gewalt im Kampf von Gut und Böse. Der französische Filmkritiker André Bazin hat es bereits in einem Essay von 1953 auf den Punkt gebracht: „Le western est le cinéma américain par excellence.“ Er definiert ihn als „la forme cinématographique idéale, fusionnant mythe, histoire et mouvement“ und betrachtet ihn als einziges Genre „né avec le cinéma, capable de résister aux influences extérieures grâce à sa structure mythologique et spectaculaire“.