Wetter
Luxemburg erlebt heißesten Juni seit Aufzeichnungen – doch Abkühlung naht
Luxemburg erlebt gerade die intensivste Juni-Hitzewelle seit Beginn der Aufzeichnungen. Bevor Abkühlung in Sicht ist, dürften noch weitere Rekorde fallen, sogar der absolute Allzeitrekord könnte geknackt werden.
Auch die Temperaturen werden demnächst einen Sprung machen – es bleibt jedoch sommerlich Foto: Editpress/ Tania Feller
Am Mittwoch, dem 24. Juni, wurde an der ASTA-Station in Wormeldingen ein Maximum von 38,8 Grad gemessen. Damit ist der bisherige Junirekord vom 22. Juni 2017, damals 37,5 Grad in Schengen, deutlich gebrochen worden. Ein bemerkenswerter Unterschied von mehr als einem Grad. In diesem Messnetz werden seit 1838 regelmäßig Daten gesammelt.
Doch damit ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Die Prognosen für Freitag und Samstag legen nahe, dass dieser neue Rekord in den kommenden Tagen noch mehrfach überboten werden wird. Einzelne Modelle deuten für den Peak auf lokal begrenzte Werte zwischen 40 und 42 Grad hin. Zum Vergleich: Der nationale Allzeitrekord stammt vom 25. Juli 2019, als in Steinsel 40,8 Grad gemessen wurden. Die Latte hängt also nicht mehr weit entfernt.
Was steckt dahinter?
Verantwortlich für diese Extremsituation ist eine sogenannte Omega-Wetterlage. Ein mächtiges Hochdruckgebiet sitzt wie eingemauert über dem für uns relevanten Teil des Kontinents, flankiert von Tiefdruckgebieten im Westen und Osten. Das Hoch kommt kaum vom Fleck, darunter staut sich die Wärme zu einem Heat Dome auf. Auf Dauer leidet darunter auch die Luftqualität, da kaum Frischluftzufuhr in dieses System gelangt.
Das Wochenende: „Explosive“ Mischung
Ab dem Wochenende beginnt dieses Konstrukt langsam zu wackeln. Über dem Atlantik wartet bereits ein Tief, das seine feuchten Luftmassen zunehmend in die noch bestehende Hitze drückt. Das Ergebnis könnte ab Samstag über Teilen Westeuropas ein explosiver Cocktail sein. Betroffen sein dürften vor allem der Nordwesten Frankreichs, Belgien, die Niederlande und der Nordwesten Deutschlands. Spätestens am Sonntag könnte auch Luxemburg etwas davon abbekommen, Details sind derzeit aber noch nicht greifbar und trudeln in den kommenden Stunden und Tagen langsam ein.
Weniger warm bedeutet übrigens nicht kalt: Die Höchstwerte liegen dann noch bei 27 bis 32 Grad, also weiterhin hochsommerlich.
Die kommende Woche: Durchatmen!
Mit Beginn der neuen Woche ändert sich das Muster grundlegend. Der Atlantik meldet sich zurück, Tiefdruckgebiete können über die Britischen Inseln und Norddeutschland immer wieder Ausläufer oder Fronten zu uns schicken. Das Wettergeschehen wird deutlich wechselhafter, die Temperaturen legen sich für eine Weile.
Die aktuellen Modelle sehen für Montag noch 23 bis 30 Grad, für Dienstag 20 bis 27 Grad und für Mittwoch 22 bis 28 Grad. In der zweiten Wochenhälfte sind 21 bis 26 Grad für Donnerstag und 20 bis 25 Grad für Freitag möglich. Es wird also spürbar kühler, aber von wirklich kühlem Wetter kann keine Rede sein. Sommertemperaturen bleiben der Hauptmodus und zu Wochenbeginn könnten vereinzelt nochmals knapp über 30 Grad erreicht werden.
Was das Ende des Monats und den Beginn des Juli bringen, bleibt noch offen. Der Trend zeigt vorerst nach unten, doch die Hitze lauert weiterhin im Süden Europas.