„Ständiger Reparaturbedarf“

Lux-Airport erwägt Klage gegen Giorgetti und Co. wegen mangelhafter Landebahn

Es bröckelt und bricht auf dem Findel: Immer wieder fallen Flüge aus, weil die Lande- und Startbahn Schäden aufweist. Nun will der Flughafenbetreiber die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Brisant: Darunter sind die größten Baulöwen des Landes.

Mehr als ein Mal musste die einzige Start- und Landebahn des Luxairport wegen Reparaturarbeiten gesperrt werden

Mehr als ein Mal musste die einzige Start- und Landebahn des Luxairport wegen Reparaturarbeiten gesperrt werden Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Immer Ärger mit dem Asphalt: Am 13. Juni musste die einzige Start- und Landebahn des Flughafens Luxemburg kurzfristig gesperrt werden. Nicht zum ersten Mal. In den vergangenen Jahren häufen sich die Probleme mit der Landebahn, immer wieder treten Risse und Brüche auf. Der Grund diesmal: „Eine strukturelle Anomalie auf der Mittellinie“ – heißt: eine Ablösung der Asphalt-Deckschicht. Der Vorfall zwang Lux-Airport zu einer sofortigen Unterbrechung des Flugbetriebs. Tausende Fluggäste hatten Verspätung. Inzwischen ist der Schaden behoben – vorerst zumindest.

Bereits seit der Inbetriebnahme der renovierten Bahn Ende 2022 kommt es immer wieder zu technischen Defekten. Insbesondere die Asphaltoberfläche sorgt für Kopfzerbrechen. Obwohl mehrere Reparaturen vorgenommen wurden, halten die Probleme an. Interne wie externe Bewertungen legen laut einem Presseschreiben von Lux-Airport nahe, „dass die gelieferte Infrastruktur möglicherweise nicht den vertraglichen Vorgaben und Leistungserwartungen entspricht, insbesondere nicht der Anforderung, eine mangelfreie Bahn zu liefern, die keinen ständigen Reparaturbedarf hat.“ Der Flughafenbetreiber prüft derzeit verschiedene Wege, um die Bauträger zur Verantwortung zu ziehen.

Vorläufige Bewertungen – sowohl interne als auch externe – deuten darauf hin, dass die gelieferte Infrastruktur möglicherweise nicht den vertraglichen Vorgaben und Leistungserwartungen entspricht, insbesondere nicht der Anforderung, eine mangelfreie Bahn zu liefern, die keinen ständigen Reparaturbedarf hat.

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2025

Kritik an Baukonsortium

Für die umfassende Sanierung war ein internationales Baukonsortium zuständig, das Lux-Airport mit der Ausführung der Arbeiten beauftragt hatte. Es besteht aus den Unternehmen Colas Projects, Felix Giorgetti, C. Karp-Kneip Constructions, Colas Belgium, Colas France und JDC Airports. Die Firmen hatten mit einem innovativen 3D-Asphalteinbau geworben, der eine Sanierung während des Nachtflugverbots ermöglichen sollte – ein Verfahren, das in der Großregion erstmals zum Einsatz kam. Lux-Airport hatte die Erneuerungsarbeiten groß angekündigt.

3D-Asphaltarbeiten?

Die größte Herausforderung innerhalb des Renovierungsprojekts war laut Lux-Airport der 3D-Umbau der Startbahn. Im Querschnitt muss eine Start- und Landebahn die Form eines Dachs haben, damit das Wasser in die seitlichen Rinnen läuft. Die Asphaltschichten, die aufgebracht werden, haben nicht alle dieselbe Stärke. So entsteht mithilfe des 3D-Asphalteinbaus das „Dach“.

Nun geraten die beteiligten Unternehmen zunehmend unter Druck: Die mehrfachen Mängel werfen Fragen zur Qualität der Ausführung und zur Überwachung der Bauarbeiten auf. Lux-Airport betont, alle notwendigen Sicherheitsprotokolle eingehalten und die Reparatur in enger Abstimmung mit dem Wartungspartner durchgeführt zu haben. Dennoch bleibt die Frage, wie langlebig die aufwendig erneuerte Startbahn tatsächlich ist.

Der Flughafenbetreiber sieht sich laut eigenen Angaben gezwungen, neben technischen und betrieblichen Optionen auch juristische Maßnahmen zu prüfen. Ziel sei es, die langfristige Zuverlässigkeit der einzigen Start- und Landebahn des Landes sicherzustellen. Die wiederholten Vorfälle dürften in den kommenden Wochen auch politisch für Gesprächsstoff sorgen. (hat)

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