„Mehr als nur die Frau von Michel Wolter“
Die neue Bürgermeisterin Nadine Braconnier spricht über ihre Vision für Käerjeng
Nadine Braconnier ist ein „echtes Künziger Mädchen“ und steht seit dem 20. Mai der Gemeinde Käerjeng als Bürgermeisterin vor. Im Interview erklärt sie, wieso ihr ihre jahrelange Erfahrung als Gemeindesekretärin hilft, wie sie die Aufregung rund um ihren Amtsantritt sieht und was ihre Ziele als Bürgermeisterin sind.
Die neue Käerjenger Bürgermeisterin im Interview mit dem Tageblatt Foto: Editpress/Julien Garroy
Tageblatt: Wir müssen natürlich darüber sprechen. Ihr Vorgänger im Amt war Ihr Ehemann Michel Wolter. Das hat außerhalb der Gemeinde für viele Diskussionen gesorgt. Wie sehen Sie diese Situation selbst?
Nadine Braconnier: In Käerjeng war die Situation den meisten bekannt und kein großer Skandal. Ich bin seit vielen Jahren Mitglied der Partei und Präsidentin der lokalen Sektion. Dann entstand dieser große Medienhype. Es wurde über Vetternwirtschaft, politische Berechnung und ähnliche Dinge gesprochen. Ich habe mir dabei oft gedacht, dass die Realität eigentlich viel einfacher ist. Mein Mann hatte irgendwann gesagt: „Ich kann das nicht ewig machen.“ Er ist da ähnlich wie ich: Wenn er das Gefühl hat, alles umgesetzt zu haben, was er sich vorgenommen hatte, sucht er nach einem neuen Lebensabschnitt. Ich habe immer gesagt: Wenn du irgendwann aufhörst, dann kandidiere ich vielleicht. Aber ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, auf Platz vier gewählt zu werden. Manche sagen „nur Platz vier“, aber auf einer Liste mit fünfzehn Kandidaten finde ich das keineswegs schlecht. Natürlich wirkt es ungewöhnlich, dass mein Vorgänger gleichzeitig mein Ehemann ist. Das verstehe ich. Aber letztlich ändert das nichts am demokratischen Prozess. Wäre jemand anderes an vierter Stelle gewählt worden, würde heute diese Person hier sitzen. Wenn ich nicht gewählt worden wäre, wäre ich heute auch nicht Bürgermeisterin.