Literatur
Laich und Leib: „krötentage“ von Katharina J. Ferner
In dem Gedichtband „krötentage“ besingt Katharina J. Ferner die Liebe – und alles, was zu ihr gehört. Die Sehnsucht, der Schmerz und die Gier nach dem oder der Geliebten.
„warten im café fühlt sich / streng genommen nicht wie / warten an“, schreibt Ferner in einem ihrer Texte Symbolbild: Pixabay
Liebe, vor allem die romantische, kommt ohne das Materielle, das Physische, die körperliche Begegnung nur schwer aus. Natürlich birgt sie auch etwas Metaphysisches; mit ihr und durch sie kann der Mensch über den Horizont, der sein eigener Körper ist, hinausschauen. Er kann Tod, Krankheit, Verfall, physische Einschränkungen kurzzeitig vergessen oder mit mehr Gelassenheit betrachten, weil er durch das Zusammensein mit einer anderen Person eine Nähe erfahren hat, die ihn zumindest teilweise aus dem engen Raum seiner einzelnen Existenz ausbrechen lässt. Liebe verfügt auch gewiss über viele Kommunikationskanäle; sie ist in dem Sinne mehrsprachig. Ihr körperlicher Ausdruck ist ein Vehikel, wohl ein mächtiges, aber eben nur ein Vehikel, unter vielen. Und doch verlangt die Liebe vom Liebenden, sie auch zu verkörpern, sie auszuleben mit allen Sinnen; sich der Sinnlichkeit hinzugeben, im wahrsten Sinne des Wortes.