CNA

Kulturminister Eric Thill bleibt der Öffentlichkeit Antworten schuldig

Die parlamentarische Kulturkommission hat sich am Mittwoch erneut mit der Krise beim CNA befasst – ohne dass die drängendsten Fragen eine Antwort gefunden hätten.

Sichtbetonmauern des CNA-Gebäudes mit unklaren Abläufen hinter den Mauern laut Kulturkommission Diskussion

Was hinter den Sichtbetonmauern des CNA abläuft, ist heute in der Kulturkommission nicht geklärt worden Foto: Editpress/Alain Rischard

Eigentlich sollte es am Mittwoch in der Kulturkommission um die Ergebnisse einer internen Umfrage beim Personal im CNA gehen. Diese kamen dem Vernehmen nach allerdings erst zum Schluss kurz zur Sprache, wie Abgeordnete nach der Sitzung berichteten. Im Mittelpunkt stand erneut der Feuchtigkeitsvorfall in der „Family of Man“-Ausstellung in Clerf. Kulturminister Eric Thill (DP) beharrte darauf, dem Parlament vergangene Woche korrekte Informationen geliefert zu haben – er habe weitergegeben, was ihm seine Experten mitgeteilt hätten. Das Tageblatt hatte berichtet, dass der Minister das Parlament falsch informiert habe, was Thill bestreitet.

Auf Nachfrage räumte er ein, dass keine externe Expertise eingeholt wurde, um die technischen Angaben zu überprüfen. Einen Zeitplan für den angekündigten technischen Bericht zur Teutloff-Ausstellung, die ebenfalls aufgrund eines Problems mit der Klimaanlage mutmaßlich Schaden genommen hat, nannte er gegenüber der Presse nicht.

Was in der Kommission nun wohl offenkundig wurde: Dem CNA fehlt eine Fachkraft für Fotorestaurierung. Djuna Bernard („déi gréng“) nannte das Fehlen eine „Bankrotterklärung des Direktors“ – Restaurierung gehöre schließlich zum Kernauftrag der Institution. Thill antwortete, man sei dabei, die Stelle zu besetzen. Bernard ließ das nicht gelten: Die Kommission rede seit Jahren über dieselben strukturellen Defizite.

Thill steht hinter dem Direktor

Beim Thema Arbeitsklima erklärte Thill, offiziell seien beim Ministerium zwei „Demandes de protection“ eingegangen – nicht mehr. Eine sei gelöst, eine noch in Bearbeitung. Einer Frage nach Kontaktaufnahmen und Beschwerden auf anderen Wegen wich der Minister aus. Gleichzeitig verwies er für weitere Meldungen an die neu eingesetzte „Commission d’accompagnement“: Wer sich ungerecht behandelt fühle, solle sich dort melden. Der Minister betont: „Jede ‚Demande de protection‘ ist eine zu viel.“

Mehrere Personen haben das Ministerium nach Informationen des Tageblatt auf anderen Wegen auf Probleme hingewiesen. In einem kleinen Land mit einem überschaubaren Kultursektor befürchten Mitarbeiter bei einer formellen Beschwerde gegen den eigenen Direktor ein erhebliches berufliches Risiko. Dass ausgerechnet jene Stelle, bei der man Schutz suchen soll, dem Minister untersteht, der Zeimet bislang das Vertrauen ausspricht, erleichtert die Sache nicht.

Georges Engel (LSAP) formulierte es nüchtern: Der CNA nehme gerade ernsthaften Schaden. Es müsse jetzt etwas geschehen – sonst werde es schlimmer. Dem Minister bescheinigte er „guten Willen“, mahnte aber gleichzeitig: An der Frage, ob die in der Presse kursierenden Behauptungen belegbar seien, führe kein Weg vorbei.

Thill sagte indes gegenüber den Journalisten, er sei entschlossen, den begonnenen „Modernisierungsprozess“ weiterzuführen. Dabei stehe er hinter allen Mitarbeitern des CNA – auch hinter dem Direktor.

3 Kommentare
Guy Mathey 12.03.202618:25 Uhr

@Yves Altwies: Ich kann ihnen nur beipflichten, was ihre Bedenken betrifft, umso mehr, da, mit Ausnahme von déi Lenk und den Piraten alle demokratischen Parteien bereits Regierungsverantwortung getragen haben und während dieser Zeit, betreffend die Thematik Mobbing allesamt kläglich versagt haben. Meinerseits möchte ich sie auf ihre Pflicht, jetzt endlich aktiv zu werden, aufmerksam machen.

Yves ALTWIES antwortete am 13.03.202612:51 Uhr

"Wolle mer se reinlasse?“

Grober J-P. 12.03.202609:17 Uhr

Dieser Mann soll was von Kultur, von Finanzen vielleicht, verstehen?
Arbeitsklima, nicht nur bei der CNA. "Lauschen" Sie sich mal durch andere Administrationen!

Guy Mathey 12.03.202608:40 Uhr

Der Minister steht hinter dem Direktor: Keine Überraschung, die Operation Vertuschung und Ignorieren läuft, wie stets in solchen Fällen. Und die Opfer? Werden selbstverständlich im Stich gelassen, müssen selbst zurecht kommen. Es ist jetzt Aufgabe der Opposition den Druck auf den Minister derart zu erhöhen, dass endlich gehandelt wird. Zudem bedarf es neuer, unabhängiger Beschwerdestrukturen. Die Zeit drängt, nicht bloss im CNA.

Yves ALTWIES antwortete am 12.03.202612:23 Uhr

"Es ist jetzt Aufgabe der Opposition den Druck auf den Minister derart zu erhöhen, dass endlich gehandelt wird."
Richtig. Stellt sich nur die Frage ob die Oppositionsparteien generell in Luxemburg, diese fundamentale Mission erfuellen.
Man kann sich des oefteren des Eindrucks nicht erwehren, dass die Betroffenen ueberfordert sind, o. aber es gebenenfalls vorziehen als "Scheinopposition" , also in fine als Unterstuetzer der Regierungen zu fungieren, auch in Erwartung der naechsten Wahlen. Wir brauchen neuen Wind in der Chamber, u. nicht immer die gleichen, unter Fraktionszwang agierenden Koepfe.

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