Eurovision Song Contest
Wien zwischen Boykott, Beats und Bim: So ist die Stimmung beim ESC
Israel war, ist und bleibt Streitthema beim ESC. Das spürt man auch in Wien. Doch vor allem ist der Contest deutlich weniger präsent im Stadtalltag.
Die Meinung der Besucher der Ausstellung „United by Queerness“ haben eine deutliche Antwort auf die Frage, ob der ESC politisch ist Foto: Jessica Oé
„Also viel habe ich bisher nicht vom ESC mitbekommen. Eine Freundin war bei der Drohnenshow, die soll gut gewesen sein. Aber sonst geht das eher an mir vorbei“, sagt eine Verkäuferin auf dem Naschmarkt im Gespräch mit dem Tageblatt. „Wissen Sie, bei dem ganzen Drumherum – der Politik, den Kosten, dem Rücktritt des ORF-Direktors – ist es vielleicht auch besser, sich etwas zurückzuhalten.“
Mit dieser Haltung scheint die Wienerin nicht allein zu sein. Ob Busgast oder Sicherheitsmann an der Venue: Viele Einwohner, mit denen man ins Gespräch kommt, begegnen dem Contest eher mit einem Schulterzucken. Auch im Stadtbild ist vom Eurovision-Trubel vergleichsweise wenig zu spüren. Während in Malmö vor zwei Jahren sogar öffentliche Mülltonnen mit ESC-Slogans versehen waren und in Basel gefühlt die ganze Stadt im Eurovision-Fieber steckte, konzentriert sich das Geschehen in Wien weitgehend auf die Stadthalle, das EuroVillage vor dem Rathaus, den EuroClub und das Eurofan House im Wiener Museum.