Ettelbrück
Kontroverse um zweideutiges Plakat mit Kind: CAPe bezieht Stellung
Das „Centre des arts pluriels“ in Ettelbrück wirbt mit dem Porträt eines jungen Mädchens für Veranstaltungen der kommenden Saison. Die grafische Zusammenstellung des Plakats sorgt für einen Aufschrei im Netz. Das CAPe reagiert.
Dieses Plakat des „Centre des arts pluriels“ in Ettelbrück erntet derzeit scharfe Kritik Fotos: Lisa Goedert/Editpress
Über dem Porträt eines Mädchens prangt der Slogan „Dës Saison ass fir jiddereen eppes dobäi!“, der Zipfel eines großen, gelben „C“ endet knapp unter dem Kinn des Kindes. Ein Farbfilter taucht die Aufnahme in ein schummeriges Licht.
„Bin ich die Einzige, bei der dieses Plakat tiefes Unbehagen auslöst?“, fragt Ana Pinto, Präsidentin der Opferschutzorganisation „La voix des survivant(e)s“, öffentlich auf Facebook. Sie wolle den Plakatgestaltern zwar keine Absicht unterstellen, aber warnt eindringlich: „Wenn man mit Bildern kommuniziert, reicht die eigene Intention allein nicht aus: Es kommt auch auf die Wahrnehmung des Publikums an.“ Und weiter: „Wir leben in einer Gesellschaft, in der – zu Recht – mehr Wachsamkeit gefordert wird, wenn es um die Darstellung von Kindern und Jugendlichen geht. Genau aus diesem Grund sollte diese Art von Mehrdeutigkeit vermieden werden.“
Scharfe Kritik an CAPe-Werbeplakat
Inzwischen häufen sich zahlreiche Wortmeldungen unter dem Beitrag, die Pintos Kritik untermauern. „Wann e Grafiker eng Affiche maache wëll, déi undeite soll, dass och d’Onschold e sexuellen Objet ass, da géif deen genee déi doten Affiche maachen“, so die Analyse des luxemburger Cartoonisten und Pressezeichners Jérôme Grethen in seinem Kommentar.
CAPe bezieht Stellung zu Plakat
„Zunächst war es für uns eine Überraschung, von dieser Art der Interpretation zu erfahren, die überhaupt nicht mit unserer Ursprungsintention übereinstimmt“, heißt es auf Tageblatt-Anfrage von Ana Maria Tzekov, künstlerische Leiterin des CAPe. „Im Folgenden haben wir natürlich die Bedenken ernst genommen und alle Plakate mit diesem Visuell aus der Kampagne mit sofortiger Wirkung zurückgezogen. Darüber hinaus sind wir selbstverständlich mit den beteiligten Personen im persönlichen Austausch.“
Das Plakat sei das unglückliche Ergebnis einer Kürzung der Botschaft aus der dazugehörigen Videokampagne. Beides sei von einer beauftragten Agentur umgesetzt worden. Bei dem abgebildeten Mädchen und dessen Familie möchte man sich aufrichtig entschuldigen und nehme diese Situation zum Anlass, interne Freigabeprozesse zu optimieren.