Film
I Don’t Wanna Be Your Dog
Immer wieder wird Hollywood vorgeworfen, keine neuen Ideen mehr zu haben. Wenn man dieser Kritik Glauben schenken will, macht die Traumfabrik sonst nichts, als sich immer und immer wieder zu recyceln. Disney muss sich diesen Vorwurf schon länger anhören. Angefangen bei den Marvel-Superheldenfilmen ‒ denen das Serielle ihrer Comicvorlagen schon von Natur prädestiniert zu Gesicht steht ‒ bis zu der Mode der sogenannten „live action remakes“ von Animationsklassikern. Diese Remakes lassen sich noch einmal unterteilen in eine Kategorie von Filmen, in welche auch „Cruella“ zu klassifizieren ist. Die „villain origin story“ ‒ die Entstehungsgeschichte eines Bösewichtes.
„Cruella“ ist eine enttäuschende „villain origin story“
Cruella heißt zu Beginn des Films Estella. Das kleine Mädchen hat es in den 1960ern nicht sehr einfach. In der Schule wird sie gehänselt, aber anstatt es über sich ergehen zu lassen, greift sie durch. Ganz zur Missgunst der englischen Schulautorität. Keep calm and carry on – aber nicht mit Estella. Sie wird von der Schule verwiesen. Ihre Mutter entscheidet, mit Kind und wenigen Kegeln in Richtung London aufzubrechen, um dort einen Neuanfang zu versuchen.