Ausstellung und Freibier
Hesperingen feiert 200-jähriges Bestehen
Die 1823 gegründete Gemeinde Hesperingen feiert dieses Wochenende offiziell ihren 200. Geburtstag mit einer akademischen Sitzung im Kulturzentrum CELO (die allerdings schon ausverkauft ist), mit einer Party sowie mit einer Ausstellung über ihre Geschichte.
Die Ursprünge der Burg reichen möglicherweise bis in die Keltenzeit zurück Foto: Editpress/Claude Lenert
In ihrer heutigen Form wurde die Kommune 1823 aus den damaligen Gemeinden Hesperingen (mit Itzig) und Alzingen (mit Fentingen) gegründet. Diese beiden bestanden seit 1795, also seit der Zeit, als Luxemburg zum französischen „Département des forêts“ gehörte. Die Geschichte der einzelnen Ortschaften ist allerdings viel älter. Laut den „Geschichtsfrënn vun der Gemeng Hesper“ (www.gfhesper.lu) stammt die erste bekannte schriftliche Erwähnung von Hesperingen („Hasmaringa“) aus dem Jahre 867 und wird als verdeutschtes gallisches Wort (hasmar = Bergveste) gedeutet. Es könnte also sein, dass eine keltische Burg am Ursprung des Namens steht.
Die Ortschaften Alzingen und Fentingen sollen derweil bereits im 10. Jahrhundert urkundlich erwähnt worden sein, Itzig sogar schon um 780. Eine der ersten „Besitzerinnen“ von Hesperingen war die Abtei Echternach, welche die Ortschaft kurz nach ihrer Gründung 698 erhielt. Im Laufe der Jahrhunderte wechselten sich die Feudalherren ab. 1482 „schenkte“ Kaiser Maximilian Hesperingen seinem Vetter, dem Markgrafen Christoph von Baden, als Lohn für seine Kriegshilfe. Im Laufe der Zeit gab es noch andere Besitzer, Mitte des 18. Jahrhunderts kaufte das Haus Baden die Burg zurück, bevor 1795 die französischen Revolutionstruppen die Macht übernahmen.
Im 19. Jahrhundert war die Gemeinde sogar an das Schienennetz angebunden: Von 1882 bis 1955 verlief die Strecke der Schmalspurbahn „Jangeli“ von Luxemburg und Remich durch die Gemeinde, was sogar in einem populären Lied von Colette und Fernand verewigt wurde: „De Jhangli fiert den Houwald erop,
O wär hie gutt douewen op der Hesperkopp.“ Ihre Bedeutung als wichtiger Verkehrspunkt zwischen dem Zentrum und dem Osten des Landes hat die Gemeinde beibehalten, was zu den bekannten Verkehrsproblemen dort führte.
Noch mehr Details zu der Geschichte der Gemeinde liefert die Ausstellung „Hesper am Laf vun der Zäit“, die ab dem 2.10. und bis zum 1.12. im Hesperinger Rathaus zu sehen ist.
Am Samstag, dem 30. September findet im Chalet im Park ab 21.00 Uhr eine große Geburtstagsparty statt, bei der sich die Gemeinde nicht lumpen lässt: Die erste Stunde gibt es nämlich Freibier. Die kurz vorher stattfindende akademische Sitzung im Hesperinger CELO ist jedoch bereits ausverkauft.