Tier des Tages

Hausschwalbe – Delichon urbicum – geschickter Luftjäger in unseren Siedlungen

Gemeinsam mit dem „Centre de soins pour la faune sauvage“ stellt das Tageblatt während der Sommerferien heimische Wildtiere vor und zeigt, wie verletzte oder geschwächte Tiere in der Pflegestation versorgt werden. Heute stellen wir die Mehlschwalbe, auch Hausschwalbe genannt, vor.

Die Mehlschwalbe wird nur etwa 20 Gramm schwer

Die Mehlschwalbe wird nur etwa 20 Gramm schwer Foto: Fleegestatioun fir wëll Déieren

Die Mehlschwalbe ist ein kleiner Zugvogel, der von Mai bis August in Luxemburg brütet. Charakteristisch für die bis zu 14 cm großen und nur 15 bis 21 g schweren Vögel sind das blau-schwarze Obergefieder, die weiße Unterseite und der weiße Bürzel. Als geschickte Flieger ernähren sie sich von Fluginsekten über offenen Flächen und Gewässern, wodurch sie eine wichtige Rolle bei der Insektenregulierung spielen.

Ihre kugelförmigen Nester aus Lehm und Speichel bauen die Koloniebrüter meist eng aneinander unter Dachvorsprüngen. Durch moderne Gebäudesanierungen und das Insektensterben verliert die geschützte Art jedoch zunehmend Nistplätze und Nahrung.

Die Pflegestation für Wildtiere nimmt daher jährlich eine große Menge an Jungvögeln auf.

Da die Nester meist extrem hoch gelegen sind, ist ein Zurücksetzen der herausgefallenen Tiere meist unmöglich. Hinzu kommt das biologische Problem, dass Mehlschwalben zu den wenigen Ausnahmen gehören, bei denen die Eltern ihre Jungen am Boden nicht mehr versorgen – ohne menschliche Hilfe sind sie also hilflos.

Die Aufzucht in der Station ist jedoch eine enorme logistische und pflegerische Herausforderung: Die winzigen Jungvögel müssen in kurzen Abständen rund um die Uhr gefüttert werden. Das größte Problem entsteht, wenn die Vögel älter werden: Sie verweigern häufig komplett die Nahrungsaufnahme. Das Personal muss dann in aufwendiger, zeitintensiver Einzelbetreuung jeden Vogel einzeln von Hand füttern und zum Fressen animieren. Wie groß dieser Aufwand ist, zeigt die Statistik: Im Jahr 2025 wurden insgesamt 71 Mehlschwalben versorgt, von denen 66 hilflose Jungvögel waren.

Wer der bedrohten Art helfen möchte, kann künstliche Nester oder Kotbretter anbringen, wofür es in Luxemburg beratende Anlaufstellen gibt. Zudem bieten immer mehr Gemeinden künstliche Schwalbentürme als dringend benötigten Ersatzwohnraum an.

Hausschwalbe – Delichon urbicum – geschickter Luftjäger in unseren Siedlungen
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