Medien
Happy Birthday! Lëtzebuerger Journal feiert 75. Jubiläum
Das Lëtzebuerger Journal feierte am Dienstag sein 75-jähriges Bestehen und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. 2021 wurde aus dem Journal ein ausschließlich digitales Medium.
Großherzog Henri ließ sich das 75. Jubiläum des Journal nicht entgehen. Hier mit einem Teil der Journal-Redaktion (v.l.n.r.): Lex Kleren, Misch Pautsch, Lynn Warken, Kik Schneider (Präsident des Verwaltungsrates), Melody Hansen und Maxime Toussaint Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Die Location war mit Bedacht gewählt. Es war der ehemalige Minister und Journal-Direktor Henri Grethen, der den Kulturhuef in Grevenmacher für die Feierlichkeiten zum 75. Jubiläum des Lëtzebuerger Journal vorgeschlagen hatte. Hier wurde die 1881 gegründete Obermosel-Zeitung gedruckt, aus der im Jahr 1948 das Lëtzebuerger Journal hervorging. Die Geschichte des Journal beinhaltet so einige Krisen. Im Februar 1964 schrieben die Journalisten des Journal zwar Artikel, doch diese landeten allesamt abends im Mülleimer. 38 Tage lang ist das Journal damals aufgrund zu hoher Druckkosten nicht erschienen, wie die heutige Chefredakteurin Melody Hansen in ihrem Exkurs über die Geschichte des Journal erläuterte.
Das Journal hat sich in seiner 75-jährigen Geschichte immer wieder neu erfunden, zuletzt im Januar 2021, als die gedruckte Zeitung definitiv eingestellt wurde, um ein komplett digitales Medium aufzubauen. Die Redaktion um Melody Hansen und Geschäftsführerin Lynn Warken setzen dabei vor allem auf Themen, die komplementär zu anderen Medien seien. Die Artikel erscheinen jeweils auf Deutsch, Französisch und Englisch. Außerdem wird stark auf Podcasts gesetzt. Genau diese Möglichkeiten sieht Lynn Warken als Chance, möglichst vielen Menschen einen Zugang zur Information zu gewähren, die oftmals aus unterschiedlichen Gründen davon ausgeschlossen sind.
Premierminister Xavier Bettel, der wie zahlreiche andere aktuelle und frühere DP-Politiker an den Feierlichkeiten teilnahm, betonte in seiner Rede den Stellenwert des professionellen Journalismus für eine Demokratie und sieht das Journal als Beispiel dafür, dass die digitale Transition gelingen kann. (cs)
Sie gehörten der Journal-Redaktion an, als es noch eine gedruckte Version gab: Annette Welsch, Pascal Steinwachs (gehört auch heute noch der Redaktion an), Patrick Welter, Claude Karger und Nic Dicken Foto: Editpress/Hervé Montaigu