„Habe bereits drei Autos verloren“
Gefährliche Kurve in Oberkorn führt regelmäßig zu Unfällen
Wer mit dem Auto von Beles nach Oberkorn will, fährt erst mal geradeaus – bis eine scharfe Kurve kommt. Dies führt, laut einer Einwohnerin, regelmäßig zu Unfällen. Auch sie selbst war bereits betroffen.
Die besagte Kurve: scharf, abschüssig – und gefährlich Foto: Editpress/Julien Garroy
Nadine Reiser lebt seit 13 Jahren in Oberkorn. In dieser Zeit haben Autofahrer vor ihrer Haustür bereits drei ihrer Fahrzeuge beschädigt. Der Grund: Eine gefährliche Kurve in der route de Belvaux, die von Beles nach Oberkorn führt. Reiser macht sich in einem Video auf den sozialen Medien Luft: „Der siebte, achte Unfall – ich weiß es nicht genau. Und schon wieder an genau der gleichen Stelle.“
„Es ist eine Hauptstraße. Links und rechts sind Parkplätze eingezeichnet“, sagt Reiser im Gespräch mit dem Tageblatt. Es geht gut einen Kilometer geradeaus, dann kommt die Kurve. „Eine scharfe Kurve“, betont Reiser. Man sehe nicht, ob jemand entgegenkommt. Und: „Es geht bergab, der Bremsweg ist also länger, vor allem bei Glätte.“ Sie stellt ihr Auto nicht mehr in der Straße ab.
„Die meisten können nicht mehr bremsen und fahren dann gegen die Wand oder ein parkendes Auto“, sagt Reiser. In diesem Winter, als Schnee lag, hätten sich drei Unfälle am selben Tag ereignet. „Der zweite passierte 20 Minuten nach dem ersten.“ Oft seien mehrere Autos betroffen. Da meistens zwei oder drei Parklücken hintereinander eingezeichnet seien, komme es zu einem Dominoeffekt: Das Unfallauto schiebt die stehenden Wagen ineinander. „Es muss wirklich jemand sterben, bevor die Gemeinde Differdingen handelt“, sagt Reiser. Sie habe die Gemeinde bereits mehrmals in den sozialen Medien auf die Problematik aufmerksam gemacht. „Aber ich weiß nicht, ob sie auf mich hören.“ Da es in der Regel nur zu Blechschäden komme, rufen Unfallbeteiligte laut Reiser selten die Polizei. Dadurch können die Vorfälle nicht statistisch erfasst werden. „Die Gemeinde sieht das dann ja nicht.“
Ein kaputter Reifen an Nadine Reisers Auto – ein Opfer der Kurve der route de Belvaux Screenshot: Nadine Reiser
Schwierig zu entschärfen
„Die erlaubte Geschwindigkeit beträgt 50. Wenn jemand mit 50 in die Kurve fährt, ist das schon ‚stramm‘“, sagt Bürgermeister Guy Altmeisch (LSAP) im Gespräch mit dem Tageblatt. Er könne nicht feststellen, dass es in dieser Straße häufiger zu Unfällen kommt. Der Bürgermeister habe sich diesbezüglich bei der Polizei informiert, die ihm das bestätigt habe. Die Stelle sei jedoch gefährlich, vor allem im Winter bei Glätte. „Die Kurve ist bei uns im Programm, damit dort bei Schnee oder Glätte direkt gestreut wird“, sagt Altmeisch. „Die aktuelle Situation des Urbanismus erlaubt es allerdings nicht, die Kurve zu entschärfen.“ Die Kurve sei gefährlich – Altmeisch kann nachvollziehen, dass dort abgestellte Autos beschädigt werden. Es komme jedoch, laut Polizei, aufgrund der Geschwindigkeitsbeschränkung kaum zu Unfällen mit Personenschaden. „Die Fußgänger sind ebenfalls sicher, denn es gibt keinen Zebrastreifen in der Nähe“, sagt der Bürgermeister. Die Polizei kenne die Straße und führe auch Geschwindigkeitskontrollen durch.
Die route de Belvaux gehört dem Staat, sodass dieser für die Geschwindigkeitsbegrenzung verantwortlich sei. „Es fährt allerdings keiner mit mehr als 30 km/h um die Kurve – es ist eine 90-Grad-Kurve und es geht bergab.“ „Die Situation in den Griff zu bekommen, ist allerdings schwierig.“ Für Nadine Reiser ist die Lösung klar: mehr Verkehrsberuhigung und Berliner Kissen. Dazu sagt der Bürgermeister, er werde das mit in die Verkehrskommission nehmen. „Es ist eine Staatsstraße – wir müssen mit der Straßenbauverwaltung zusammenarbeiten.“
Bürgermeister Guy Altmeisch nennt die Kurve „stramm“ Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante