Luxemburg-Stadt
Felsensicherung im Petrusstal läuft – Minigolf bleibt weiter geschlossen
Wegen herabfallender Steinchen wurde der neue Minigolf-Platz im Petrusstal nie eröffnet. Die hauptstädtische Bürgermeisterin Lydie Polfer (DP) nannte im Frühjahr 2025 die Entfernung von Efeu als Ursache – nun widerspricht die Straßenbauverwaltung. Die Nachfrage bei der Verwaltung und der Stadt zeigt, wie es im Petrusstal weitergeht.
Nach Arbeiten am Felsen im Petrusstal im März 2025 lösten sich später kleine Steine Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
An den Felsen nahe der hauptstädtischen rue Saint-Quirin im Petrusstal fanden letzte Woche gut sichtbar Kontrollen statt. Dabei handelt es sich um routinemäßige Instandhaltungsarbeiten der „Administration des ponts et chaussées“ (PCH), wie die Pressestelle der Straßenbauverwaltung auf Nachfrage mitteilt. Da sich das Gestein auf Staatsgebiet befindet, liegt die Zuständigkeit bei der PCH. Diese entfernt bei den jährlichen Überprüfungen lose Steine, die ein Sicherheitsrisiko darstellen.
Vor der geplanten Eröffnung der neuen Minigolfanlage im Petrusstal beauftragte die Straßenbauverwaltung im März 2025 eine spezialisierte Firma mit zusätzlichen Kontrollen. In Absprache mit der Stadt Luxemburg, denn das Gelände unter dem Felsen gehört der Gemeinde. Bei dieser Überprüfung durch eine externe Firma wurde Efeu entfernt – teilweise, um den Zustand des Felsens besser beurteilen zu können.
Im Mai 2025 erklärte Bürgermeisterin Lydie Polfer (DP) in einer Gemeinderatssitzung dann, dass nach Abschluss dieser Arbeiten kleine Steine auf die neue Minigolfanlage im Petrusstal gefallen waren. Die für den 29. April 2025 geplante Eröffnung wurde deshalb verschoben. Zwar öffnete der angrenzende Kiosk, die Bahnen selbst sind jedoch bis heute nicht in Betrieb.
Mehr Aufwand durch Minigolf
Auf Nachfrage teilt die Pressestelle der PCH nun mit, dass die Steine damals nicht wegen der Entfernung der Pflanze herabfielen: „Das ist passiert, weil das bei einer Felswand vorkommen kann.“ Die Straßenbauverwaltung räumt zwar ein, dass Efeu einzelne Steine zurückhalten kann, allerdings heißt es: „Es ist nicht so, dass der Fels instabil wurde, weil Efeu entfernt wurde.“ Im Mai 2025 hatte jedoch Lydie Polfer im Gemeinderat gesagt: „Es hat sich herausgestellt, dass der Efeu Steinchen vom Fallen abhält.“
Es ist nicht so, dass der Fels instabil wurde, weil Efeu entfernt wurde
Pressestelle der „Administration des ponts et chaussées“
Die Verantwortlichen suchten daraufhin nach Lösungen. Zunächst wurden die direkt an den Felsen angrenzenden Bereiche gesperrt – darunter Longchairs sowie das Minigolf. Wie der Besuch vor Ort zeigt, sind auch die Liegen weiterhin abgesperrt. Auch damals errichtete Baugerüste stehen noch. Sie sollten Sicherheitsabstände zu Spielplatz und Sportgeräten gewährleisten und herabfallende Steinchen auffangen. Lydie Polfer erklärte letztes Jahr, dass das Aufstellen eines solchen Gerüstes auf dem Minigolfplatz nicht möglich sei, da die Anlage bis unmittelbar an den Felsen reicht.
Sie betonte, dass keine Gefahr durch herabstürzende Felsbrocken bestehe und kündigte Arbeiten einer Spezialfirma für Ende des Jahres an. Nach aktuellen Angaben der PCH war eine solche Firma aber bereits im Juli 2025 vor Ort und führte eine Sichtkontrolle durch. Lose Steine, die laut PCH eine unmittelbare Gefahr darstellten, wurden erneut gezielt entfernt. Die Pressestelle erklärt: „Solche Einsätze sind ziemlich aufwendig, wenn der Zugang und Grundstücke unter dem Felsen durch andere Infrastrukturen belegt sind.“ Durch die Minigolfanlage sind die Kontrollen inzwischen mit zusätzlichem Aufwand verbunden.
Sicherungsmaßnahmen am Felsen
Ergänzend zu den regelmäßigen Instandhaltungsarbeiten werden nun weitere Maßnahmen ausgearbeitet, um das Herabfallen von Steinen zu verhindern. Das teilt die Pressestelle der Stadt Luxemburg auf Nachfrage mit. Bislang durchgeführte Analysen und Kontrollen sollen zur Sicherung des Felsens beitragen – unter Berücksichtigung der ästhetischen und historischen Vorgaben des Unesco-Welterbes. Denn die Altstadt und die ehemaligen Festungsanlagen zählen zum Weltkulturerbe.

Weil die Minigolfbahnen unmittelbar am Felsen liegen, sind die Pflegearbeiten in diesem Gebiet laut der Straßenbauverwaltung inzwischen mit mehr Aufwand verbunden Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Deshalb haben sich Vertreterinnen und Vertreter unter anderem aus Geologie, Naturschutz und „Patrimoine“ zu einer Arbeitsgruppe zusammengefunden. Auch die Straßenbauverwaltung ist laut der Stadt Luxemburg Mitglied. Neben der Sicherung des Felsens soll dieses Gremium gewährleisten, „dass den ästhetischen und historischen Vorgaben des Unesco-Welterbes Rechnung getragen wird“. Ein Planungsbüro hat der Stadt zufolge eine erste Gesamtanalyse des Felsens erstellt und an das Umweltministerium sowie den Unesco-Site-Manager übermittelt.
In einem nächsten Schritt soll eine Ausschreibung für eine Firma erfolgen, die gemeinsam mit der Arbeitsgruppe konkrete Maßnahmen ausarbeiten wird. Die Mühlen der Verwaltung mahlen also weiter und für Fans vom Minigolf gibt es derweil keine guten Nachrichten. Die Stadt Luxemburg teilt nämlich mit: „Zu diesem Zeitpunkt ist nicht bekannt, wann der Minigolf Gäste empfangen wird.“