Metzeschmelz
Erste Einwohner ziehen voraussichtlich ab 2032 ein
Wo einst Stahl produziert wurde, soll ein neues Viertel entstehen – doch das dauert. Der Einzug der ersten Bewohner verschiebt sich auf die frühen 2030er-Jahre. Aktuell prägen vor allem Planung und Rückbau das Bild auf der Metzeschmelz.
Aktuell werden alte Industriegebäude etappenweise demontiert und gesäubert Foto: Editpress/Julien Garroy
Die ersten Bewohnerinnen und Bewohner der Metzeschmelz werden voraussichtlich erst Anfang der 2030er-Jahre einziehen. Das wurde am Mittwoch bei einem Rundgang über das Gelände deutlich, bei dem sich auch Premierminister Luc Frieden (CSV) und Wohnungsbauminister Claude Meisch (DP) den aktuellen Stand erklären ließen. Im Beisein der Bürgermeister von Esch und Schifflingen, Christian Weis (CSV) und Carlo Feiereisen (LSAP), stand vor allem eine Bestandsaufnahme eines der größten Stadtentwicklungsprojekte des Landes im Mittelpunkt.
Das Projekt ist in vier Bauphasen eingeteilt Foto: Editpress/Julien Garroy
Auf dem 63 Hektar großen Areal zwischen Esch und Schifflingen ist zwar Bewegung zu sehen – doch vieles befindet sich weiterhin in einer frühen Phase. Rückbau- und Reinigungsarbeiten laufen, Gebäude werden nach und nach demontiert, Flächen vorbereitet. „Das sieht jede Woche anders aus“, heißt es vor Ort.
Im „Bâtiment5“ wurde den Besuchern ein digitales Modell präsentiert, das zeigt, wie das Viertel einmal aussehen soll. Noch ist davon auf dem Gelände wenig zu erkennen. Die Dimensionen sind dennoch spürbar: Die Wege über das Areal sind lang, selbst für einen kurzen Rundgang. Die Metzeschmelz soll kein isoliertes Viertel werden, sondern an das bestehende Stadtgefüge anschließen. Geplant sind unter anderem die Renaturierung der Alzette sowie neue Wohn-, Arbeits- und Freizeiträume.
Viel Planung, viele offene Fragen
Der emblematische Wasserturm gehört zu den geschützten Objekten der ehemaligen Industrieanlage Foto: Editpress/Julien Garroy
Derzeit dominiert die Planung. Neben technischen Fragen – etwa zur Energieversorgung oder zu Elektrizitätsnetzen – geht es auch um die städtebauliche Einbindung. Wie genau die Übergänge etwa zur Kulturfabrik oder zum boulevard Aloyse Meyer aussehen sollen und ob die Alzettestraße verlängert werden wird, ist noch Teil laufender Studien.
Eine zusätzliche Herausforderung stellen die 18 „klassierten“ Gebäude dar. Sie stehen unter Denkmalschutz, was Eingriffe stark einschränkt. „Man kann nicht einfach eine Fensteröffnung verändern – jedes Detail ist geschützt“, erklärte Marie-Josée Vidal von der Entwicklungsgesellschaft Agora im Gespräch. Für jedes Projekt müssen individuelle Lösungen gefunden werden.
Auch auf kommunaler Ebene stehen noch grundlegende Entscheidungen an: So plant die Stadt Esch drei Schulen auf dem Gelände, entsprechende Studien laufen, Architektenwettbewerbe sollen folgen.
Ein Projekt über Jahrzehnte
Sicherheit geht vor: Da die Metzeschmelz eine laufende Baustelle ist, mussten die Beteiligten Schutzhelm und Warnweste tragen Foto: Editpress/Julien Garroy
Der Bau der Metzeschmelz wird in vier Phasen erfolgen. Ein genauer Zeitplan bleibt schwierig – klar ist jedoch, dass sich das Projekt über viele Jahre erstrecken wird.
Nach aktuellem Stand könnten die ersten Einwohnerinnen und Einwohner frühestens um 2032 einziehen. Auch Bürgermeister Carlo Feiereisen verweist auf diesen Zeithorizont, unter anderem im Zusammenhang mit der geplanten Tram-Anbindung.
Wie unsicher die Zeitplanung ist, zeigt auch eine Bemerkung von Escher Bürgermeister Christian Weis: Er habe seiner Frau einmal gesagt, man könne „2028 etwas auf der Metzeschmelz kaufen“ – inzwischen sei klar, dass dieser Zeitpunkt nicht zu halten ist.
Ab 2027/2028 soll die erste Bauphase auf der Metzeschmelz beginnen Foto: Editpress/Julien Garroy