Gemeinderat

Cyberattacke in Differdingen gefährdet Daten von 5.000 Personen

Es gebe keine Hinweise darauf, dass Daten gestohlen wurden, heißt es von der Gemeinde. Die Attacke war eines von mehreren Themen im Gemeinderat.

Screenshot der Webseite von Differdingen nach dem Cyberangriff im April, Sicherheitsvorfall und IT-Schutzmaßnahmen sichtbar

Die Webseite von Differdingen war im April Opfer eines Cyberangriffs Screenshot: Gemeinde Differdingen

In Differdingen gab es vom 10. bis 13. April einen Angriff auf das IT-System der Gemeindewebseite (das Tageblatt berichtete). Gemeinderat Paulo Aguiar („déi gréng“) wollte dazu am Ende der Sitzung am Mittwochmorgen weitere Details vom Schöffenrat und den zuständigen Diensten erfahren.

Die Sicherheitslücke sei durch ein Plug-in zum Hochladen von Dokumenten auf die Webseite der Gemeinde entstanden. Unter anderem etwa 5000 E-Mail-Adressen sind potenziell von dem Datenleck betroffen. Unbefugte könnten sich außerdem Einsicht auf empfindliche gespeicherte Daten, darunter Kopien von Personalausweis und Bankverbindungen, verschafft haben. Nicht bei jedem waren allerdings kritische Dokumente dem Zugriff durch unberechtigte Dritte ausgesetzt. Die betroffenen Personen seien informiert worden.

Es gebe jedoch keine Hinweise darauf, dass tatsächlich Daten entwendet wurden, versicherte der zuständige Dienst. Die Nationale Datenschutzkommission sei über den Vorfall informiert worden. Zur Sicherheit war die Gemeindeseite während des Wochenendes nicht zugänglich. Gemeindesekretär Henri Krecké erklärte: „Wir sind in puncto Datenschutz und Webseitensicherheit weiter als andere Gemeinden. Aber ein ‚Risiko 0‘ gibt es nicht.“

Die Kirche im Dorf lassen

Bei der Fragerunde am Schluss der Gemeinderatssitzung ging es unter anderem auch um das Schimmelproblem in der alten Haushaltsschule. François Meisch (DP) hatte die Gemeinde bereits im Februar darauf aufmerksam gemacht und wollte nun wissen, wie weit das Dossier sei. „Das Problem ist uns bekannt und längst nicht so schlimm wie der Schimmelbefall im Toberaum der Jungenschule“, sagte Schöffe Tom Ulveling (CSV). Die alten Fenster der Haushaltsschule seien „nicht zu 100 Prozent dicht“. Man habe erste Schritte eingeleitet und verfolge die Situation genau. Allerdings sei noch offen, ob man die Schule komplett saniere oder dies erst in den kommenden Jahren in Angriff nehme, wenn auch die Musikschule ausgebaut werden müsse. „Wir müssen sehen, ob wir daraus eine große oder eine kleine Baustelle machen. Eine sofortige Lösung ist derzeit aber nicht in Sicht.“

Dann gab es noch Informationen zur Niederkorner Kirche. Auch hier gebe es Feuchtigkeitsprobleme. Wasser sei unter anderem bei Starkregen durch undichte Fenster eingedrungen. Zudem sehe die Dachkonstruktion „nicht mehr katholisch“ aus. „Es braucht mehr als nur ein bisschen Liebe, um sie zu renovieren“, sagte Ulveling. Dem Kirchenfonds, dem das Gebäude derzeit gehört, fehlten dazu allerdings die nötigen Mittel. Man sei derzeit mit dem Bistum in Gesprächen und müsse dessen Entscheidung abwarten. Die Gemeinde erwarte jedoch mittelfristig, die Kirche zu übernehmen. „Die Kirche soll aber als wichtiger Teil unseres Patrimoine erhalten bleiben“, betonte Bürgermeister Guy Altmeisch (LSAP).

Zwei neue Straßennamen

Während der Gemeinderatssitzung wurden außerdem eine neue Trafostation nahe der Zentrumsschule in Differdingen für rund 455.000 Euro sowie eine Beleuchtung mit Überwachungskamera beim Carport auf dem Parking Gansen in Niederkorn für rund 49.100 Euro einstimmig beschlossen.

Weiterhin hat der Gemeinderat beschlossen, zwei Straßen neu zu benennen: Der bisherige Boulevard Emile Krieps in Oberkorn wird bei der Kreuzung „Opkorn“ in zwei Teile aufgeteilt. Während ein Teil des Boulevards die alte Adresse beibehält, heißt die Straße ab „Opkorn“ bis zur Kreuzung mit der avenue de la Liberté künftig „Boulevard Nicolas Eickmann“. Benannt wird sie nach dem ehemaligen Bürgermeister, der während 14 Jahren (1979–1993) die Geschicke in Differdingen leitete. Die bisher namenlose Straße, die zum Schießstand des Club des Tireurs Fosse et Skeet Differdange (CTSF) führt, soll künftig den Namen des Ehrenpräsidenten des Clubs, Jean Eberhard, tragen.

Auf der Liste der Personen, nach denen Straßen in Differdingen künftig benannt werden sollen, bleibt derzeit nur noch ein Name: Die Resistenzlerin Marie Mertz ép. Heck, die während des Zweiten Weltkriegs half, junge Luxemburger zu verstecken, und im KZ Ravensbrück starb.

Während die Entscheidung einstimmig angenommen wurde, kritisierte Gary Diderich („déi Lénk“), dass erneut zwei Männer mit Straßenbenennungen geehrt wurden. Auch wenn die Ehrungen absolut verdient seien und zu den Straßen passten, werde die Geschlechterungleichheit im öffentlichen Raum dadurch weiter verstärkt. Differdingen solle sich ein Beispiel an Bettemburg nehmen, wo bei Straßennamen inzwischen Parität erreicht worden sei.

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