Konferenz über Elisabeth Kox-Risch in Roeser
Erinnerung an eine Schlüsselfigur der Luxemburger Anti-Atomkraft-Bewegung
Hundert Jahre nach ihrer Geburt erinnert die Gemeinde Roeser an Elisabeth Kox-Risch. Eine der prägenden Figuren der Luxemburger Anti-Atomkraft-Bewegung wird mit einer Straße und einer Konferenz gewürdigt.
Elisabeth Kox-Risch bei einer Kundgebung Foto: Commune de Roeser
Hundert Jahre nach ihrer Geburt erinnert die Gemeinde Roeser an Elisabeth Kox-Risch. Mit einer Hommage am 10. Juni würdigt sie eine Frau, die zu den prägenden Figuren des Widerstands gegen die Atomkraft in Luxemburg gehörte und die Umweltbewegung des Landes entscheidend mitprägte.
Die 1926 in Remich geborene Elisabeth Kox-Risch wurde vor allem durch ihren Einsatz gegen das in den 1970er-Jahren geplante Atomkraftwerk in Remerschen bekannt. Als Vorsitzende der Bürgerinitiative „Museldall“ gehörte sie zu den treibenden Kräften des Protests. Zunächst bei der CSV, engagierte sie sich später in der Umweltbewegung und bei den Grünen. Ihr Name bleibt bis heute eng mit dem Kampf gegen die Atomkraft und den Anfängen der politischen Ökologie in Luxemburg verbunden.
Dass die Hommage ausgerechnet in Roeser stattfindet, hat einen besonderen Hintergrund. Die Gemeinde engagiert sich seit Jahrzehnten gegen Atomkraft und insbesondere gegen das Kernkraftwerk Cattenom. „Die Gemeinde Roeser war seit Beginn der 1980er-Jahre stets dabei, wenn gegen das Atomkraftwerk Cattenom protestiert oder auch juristisch dagegen vorgegangen wurde“, erklärt Bürgermeister Tom Jungen. Dieses Engagement habe ihn auch dazu bewogen, im vergangenen Jahr die Allianz der Gemeinden gegen die Atomenergie wiederzubeleben.
Hommage
Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch, 10. Juni, in Peppingen. Dort wird um 18.30 Uhr die Elisabeth-Kox-Risch-Straße offiziell eingeweiht. Anschließend kehren die Teilnehmer nach Roeser zurück, wo um 19.00 Uhr im Festsaal des Rathauses die Konferenz stattfindet.
Dabei spricht Chantal Gary über Leben und Vermächtnis ihrer Großmutter. Der Historiker Sacha Pulli beleuchtet die Geschichte des gescheiterten Atomkraftwerksprojekts in Remerschen zwischen 1973 und 1979. Raymond Becker, Ehrenschöffe der Gemeinde Roeser, erinnert an den jahrzehntelangen Widerstand gegen das Kernkraftwerk Cattenom. Den Abschluss bildet ein Grußwort von Bürgermeister Tom Jungen.
Mit der Hommage, so heißt es, wolle die Gemeinde an eine Frau erinnern, die den Mut hatte, gegen den Strom zu schwimmen und sich mit großer Beharrlichkeit für ihre Überzeugungen einzusetzen.