Ausbau der Tanklager
Energieminister Delles: Luxemburg braucht künftig weniger statt mehr Tanklagerkapazitäten
Während der geplante Ausbau des Tanklux-Tanklagers in Mertert weiter für Diskussionen sorgt, stellt Energieminister Lex Delles (DP) die Notwendigkeit zusätzlicher Lagerkapazitäten für fossile Brennstoffe infrage.
Energieminister Lex Delles (DP) betont, dass Luxemburg momentan über ausreichend Mineralölreserven verfüge Foto: Editpress/Julien Garroy
Energieminister Lex Delles (DP) stellt die langfristige Notwendigkeit zusätzlicher Lagerkapazitäten für fossile Brennstoffe in Luxemburg infrage. Im Zusammenhang mit dem umstrittenen Ausbau des Tanklux-Tanklagers im Hafen von Mertert erklärte Delles am Freitagmorgen gegenüber Radio 100,7, dass Luxemburg künftig eher weniger als mehr Kapazitäten benötigen werde. „Wenn wir unsere PNEC-Ziele weiterverfolgen, die einen Ausstieg aus dem Tanktourismus vorsehen, dann brauchen wir in Zukunft weniger und nicht mehr Platz“, sagte der Minister in Bezug auf den „Plan national intégré en matière d’énergie et de climat“, also den nationalen Energie- und Klimaplan.
Delles betonte allerdings, dass es sich bei den Genehmigungen für den Tanklux-Ausbau um administrative Entscheidungen handele. Das Umwelt- und das Arbeitsministerium hätten keine andere Wahl gehabt, als das entsprechende Verfahren einzuleiten und das Dossier des Unternehmens zu prüfen. Ob man den Ausbau wolle oder nicht, sei eine andere Diskussion, auf die die beiden Ministerien im Rahmen des Genehmigungsverfahrens keinen Einfluss hätten.
Der Energieminister wies zudem darauf hin, dass Luxemburg derzeit über ausreichende Reserven verfüge, um die Versorgung für 93 Tage sicherzustellen.
Widerstand gegen den Ausbau
Das Unternehmen Tanklux will seine Lagerkapazitäten im Hafen von Mertert von derzeit rund 60.000 auf 150.000 Kubikmeter erhöhen. Die zuständigen Ministerien haben dem Vorhaben inzwischen grünes Licht gegeben, allerdings unter bestimmten Sicherheits- und Umweltauflagen. Gegen den Ausbau regt sich seit Monaten Widerstand. Bereits im Dezember 2025 hatten sich die Gemeinderäte von Grevenmacher und Mertert-Wasserbillig einstimmig gegen das Projekt ausgesprochen. Die bestehenden und geplanten Tanks befinden sich im Hafen von Mertert, allerdings auf dem Gebiet der Gemeinde Grevenmacher.
Beide Gemeinden wollen sich mit einem sogenannten „recours gracieux“ gegen die ministeriellen Genehmigungen wehren. Damit fordern sie die zuständigen Minister auf, ihre Entscheidungen noch einmal zu überprüfen. Sollte der Einspruch zurückgewiesen werden, könnte der Streit vor dem Verwaltungsgericht landen. Im Mittelpunkt der Bedenken stehen die Sicherheit der Bevölkerung, mögliche Umweltfolgen eines größeren Unfalls sowie zusätzlicher Lkw-Verkehr.
Am Freitag Thema im Gemeinderat
Kritisiert wird außerdem die mangelnde Einbindung der Gemeinden in das Genehmigungsverfahren. Grevenmachers Bürgermeisterin Monique Hermes (CSV) hatte bereits angekündigt, keine kommunale Baugenehmigung ausstellen zu wollen. Am Freitagmorgen steht der Ausbau der Tanklager auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung in Grevenmacher. Am Donnerstag hatte sich der Gemeinderat in Mertert bereits einstimmig gegen den Ausbau ausgesprochen. (cs)