Alain spannt den Bogen

Eine französische Woche

Eine wahre Sternstunde erlebte das Publikum am vergangenen Donnerstag in der Philharmonie. Zu Gast war Publikumsliebling Patricia Petibon, diesmal allerdings nicht mit einem Liederrezital, sondern dem Monodram „La Voix humaine“ von Francis Poulenc. Begleitet wurde sie vom Orchestre Philharmonique du Luxembourg unter dem französischen Dirigenten Jérémie Rhorer, der davor Sergej Prokofjews 1. Symphonie, die „Symphonie classique“, dirigierte. 

Mit einer atemberaubenden Gestaltungsfähigkeit, einer perfekten, stimmigen, quasi alle Regungen abdeckenden Psychologie und einer, wie immer, makellosen Gesangsdarbietung machte Patricia Petibon aus Poulencs La Voix humaine ein für das Publikum unvergessliches Erlebnis

Mit einer atemberaubenden Gestaltungsfähigkeit, einer perfekten, stimmigen, quasi alle Regungen abdeckenden Psychologie und einer, wie immer, makellosen Gesangsdarbietung machte Patricia Petibon aus Poulencs La Voix humaine ein für das Publikum unvergessliches Erlebnis Foto: Alfonso Salgueiro

Rhorer gehört zu den vielversprechenden französischen Dirigenten und hat sich insbesondere im Bereich der historischen Aufführungspraxis einen guten Namen gemacht. Aber nicht nur, seine spritzigen Interpretationen machen aus ihm ebenfalls einen exzellenten Mozart- und Beethoven-Interpreten. Inzwischen darf man Rhorer durchaus als einen vollkommenen Künstler betrachten, der sowohl als Dirigent wie auch als Komponist tätig ist und seinen Wirkungskreis von der Barockmusik bis auf die zeitgenössische Musik ausgeweitet hat. Und welches gute Händchen er für Prokofjew hat, das bewies seine atemberaubende Interpretation der „Symphonie classique“.

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