Bürden

Ein Dorf und eine Gemeinde wehren sich weiter gegen ein geplantes Windrad

Die Gesellschaft Nordenergie (Gemeinden Ettelbrück und Diekirch) plant zusammen mit der 2001 gegründeten „Société luxembourgeoise des énergies renouvelables S.A.“ (Soler), an der SEO („Société électrique de l’Our S.A.“) und Enovos Luxembourg S.A. jeweils zur Hälfte beteiligt sind, den Bau des „Windparks Nordenergie“. Vorgesehen ist ein Windrad in der Nähe von Karelshof, ein zweites, mit einer Gesamthöhe von 230 Metern, soll am Ort „auf dem Hasenbach“ bei Bürden errichtet werden, zum Ärgernis der Dorfbewohner und vieler Bürger aus benachbarten Ortschaften.

Die 230 Meter hohe Anlage, und damit Luxemburgs größtes Windrad, soll auf dieser Fläche, unweit des Wohngebiets von Bürden, errichtet werden

Die 230 Meter hohe Anlage, und damit Luxemburgs größtes Windrad, soll auf dieser Fläche, unweit des Wohngebiets von Bürden, errichtet werden Foto: Roger Infalt

In den vergangenen drei Monaten ist es still um das Projekt „Windpark Nordenergie“ geworden. Die Mitglieder der Bürgerinitiative „Energie mat Verstand“ trauen dieser Ruhe nicht, bleiben wachsam und rufen nun zu weiteren Aktionen auf, nachdem sie unter anderem um Unterstützung bei Premierminister Xavier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert gebeten haben und sich Ratschläge bei einem Juristen eingeholt haben.

Es soll das bis dato größte Windrad Luxemburgs werden, hatte ein Mitarbeiter der Firma Soler in einer Informationsversammlung am 9. Juli letzten Jahres angemerkt. Es würde zudem die Windkraftanlage, die am nächsten an Wohnhäusern stehen wird, und zwar in einer Entfernung von nur 750 Metern.

Weder die Bürger der Ortschaft Bürden noch der zuständige Gemeinderat aus Erpeldingen/Sauer sind jemals mit in die Planung einbezogen worden. Ganz im Gegenteil. Das Projekt wurde bereits 2015 in Angriff genommen, die Gemeindeväter aus Erpeldingen/Sauer wurden laut eigenen Aussagen aber erst 2018 in Kenntnis gesetzt, ohne Einzelheiten zum Projekt zu erfahren. Zudem hatte man die Einwohner Bürdens erst am 9. Juli vergangenen Jahres auf einer Informationsversammlung ins Bild gesetzt, obschon bereits drei Tage zuvor die Kommodo-Inkommodo-Prozedur für dieses Projekt begonnen hatte.

„Wir hegen gesundheitliche und umweltrelevante Bedenken gegen den Bau dieser Anlage und den gleichzeitig geringen Abstand zum Wohngebiet“, so die Bürger aus Bürden in einem Brief vom 20. Juli 2020 an den Ettelbrücker Bürgermeister Jean-Paul Schaaf (CSV) und an sein Schöffenkollegium. Zum geplanten Standort sei bemerkt, dass das gigantische Windrad auf einem Areal errichtet werden soll, das wohl noch zur Gemeinde Ettelbrück gehört, doch nur 330 Meter von der Gemarkung der Nachbargemeinde Erpeldingen/Sauer entfernt liegt.

Weiter auf den Barrikaden

In der Zwischenzeit haben die betroffenen Bürger eine Vereinigung mit dem Namen „Energie mat Verstand“ gegründet und sich damit eine Möglichkeit geschaffen, juristisch gegen das Projekt vorgehen zu können, sollte es denn einmal nötig sein. Sie wollen sich aber nicht nur kritisch mit der geplanten Windkraftanlage in Bürden auseinandersetzen, sondern bieten der Öffentlichkeit auf ihrer Internetseite www.energiematverstand.lu eine breit gefächerte Informationspalette zum Thema Windräder.

Im September 2020 hatte Erpeldingens Bürgermeister Claude Gleis einen alternativen Standort (auf dem „Leezefeld“ nahe „Fridhaff“) ins Gespräch gebracht. Im Januar dieses Jahres wollten wir vom Energieminister wissen, ob der erwähnte alternative Standort auf die Machbarkeit hin untersucht wird. Hier wurden wir an die Firma Soler weiterverwiesen. Paul Zeimet, CEO von Soler, gab uns dann schriftlich zu verstehen, man habe den alternativen Standort zur Kenntnis genommen und den Besitzer des Areals kontaktiert. Fast zeitgleich habe man mit der Machbarkeitsstudie (Flugverkehr, Auswirkungen auf Fauna und Flora, …) begonnen.

Damit sich jeder ein Bild von der Größe der geplanten Windkraftanlage machen kann, lässt die Bürgerinitiative  am Nachmittag des 22. April einen Heißluftballon auf die Höhe von 230 Metern über dem geplanten Standort in Bürden steigen und anhand einer Drohne sollen Bilder, die das Ausmaß der „Monster“-Anlage sowie die kurze Distanz zu den Wohnanlagen festhalten, gemacht werden.

Für den 5. Mai (19.30 Uhr) lädt die Vereinigung die Einwohner aus Bürden und aus dem benachbarten Warken zudem zu einer Informationsversammlung ins Kulturzentrum „A Maesch“ in Bürden ein. Da die Zahl der Teilnehmer wegen den Covid-Schutzmaßnahmen begrenzt ist, muss sich jeder vorher unter der Telefonnummer 621-488 472 anmelden. Sollte das Interesse größer als die erlaubte Teilnehmerzahl sein, bestehe am darauffolgenden Tag die Möglichkeit, eine zweite Informationsversammlung am gleichen Ort abzuhalten (mehr dazu unter www.energiematverstand.lu).

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